Baden in Kunst: Insel im Zürichsee wird Treffpunkt der Manifesta 11

Zürich (APA/dpa) - Eine große schwimmende Kunstinsel im Zürichsee soll im kommenden Sommer als Präsentationsplattform für die elfte Ausgabe ...

Zürich (APA/dpa) - Eine große schwimmende Kunstinsel im Zürichsee soll im kommenden Sommer als Präsentationsplattform für die elfte Ausgabe der Manifesta dienen. Der „Pavillon of Reflections“ mit integrierter Badeanstalt und Openair-Kino werde während der 100-tägigen internationalen Biennale für zeitgenössische Kunst „ein neues temporäres Wahrzeichen“ Zürichs sein, erklärten die Organisatoren am Mittwoch.

Die seit 1996 alle zwei Jahre an einem anderen Ort veranstaltete Manifesta gilt als drittwichtigste Kunstschau Europas nach der Biennale in Venedig und der Documenta in Kassel. Zuletzt fand sie 2014 in St. Petersburg statt. Die Manifesta 11 wird am 11. Juni 2016 eröffnet.

Der Pavillon unweit der Uferpromenade am Zürcher Bellevueplatz werde Raum bieten für Dialoge und die Reflexion der für die Biennale entstandenen Kunstwerke, erklärte Manifesta 11-Kurator Christian Jankowski (47). „Als das zentrale Forum der Medialisierung und der Reflexion aller künstlerischen Neuproduktionen der Manifesta 11 haben wir den Pavillon als eine schwimmende, multifunktionale Plattform mit riesigem LED-Screen, Zuschauertribüne, Bad und Bar konzipiert“, sagte der in Berlin lebende Konzept- und Medienkünstler.

„Die sinnliche Wahrnehmung des Moments der Kunstrezeption wird durch das Schwimmen ohne sicheren Grund auf dem Wasser - der Sonne und dem Regen ausgesetzt - noch verstärkt“, verspricht Jankowski, der als Künstler unter anderem mit humorvollen Videoarbeiten Erfolg hat.

Zu den zahlreichen Manifesta-Ausstellungsorten in Zürich werden auch eine Polizeistation, eine Bäckerei sowie die Kläranlage der Stadt gehören. Im Pavillon-Kino sollen Filme über die Entstehungsprozesse der für die Biennale geschaffenen Kunstwerke gezeigt werden. Am Bau der Kunstinsel sind Architekturstudenten der Eidgenössischen Technischen Hochschule Zürich (ETH) beteiligt.

Mit der schwimmenden Insel greifen die Veranstalter auch die traditionelle Badekultur Zürichs auf: Die „Badis“ (öffentliche Badeanstalten) der Schweizer Bankenmetropole, die auf die Zeit der alten Römer zurückgehen, sind heute noch populär. Viele Zürcher Wohnungen verfügten lange nicht über eigene Badezimmer. Bis 1900 wurden in der Stadt 20 Badehäuser errichtet. Der „Badi“-Besuch gehörte lange zum festen Bestandteil des Zürcher Alltags. Mit rund 30 See- oder Flussbädern und fast 20 weiteren Freibädern weise Zürich gemessen an der Einwohnerzahl heute noch „eine hohe Bäderdichte“ auf, heißt es in der Manifesta-Mitteilung.

(S E R V I C E - http://manifesta.org)