EZB-Präsident plädiert erneut für europäischen Einlagenschutz

Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat gegen deutschen Widerstand für eine Einführung einer europäischen Einlagensicherung...

Frankfurt (APA/Reuters) - EZB-Präsident Mario Draghi hat gegen deutschen Widerstand für eine Einführung einer europäischen Einlagensicherung für Bankguthaben als wichtige Säule der Bankenunion plädiert. Länder in einer Währungsgemeinschaft mit einem gemeinsamen Markt bräuchten eine stärkere gemeinsame Führung und eine tiefere Integration der Institutionen, sagte der Italiener am Mittwoch laut Redemanuskript.

„Heute bedeutet das als Priorität den Abschluss der Bankenunion: Ein voll ausgestatteter Abwicklungsmechanismus und eine einheitliche Einlagenabsicherung.“

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit Herbst 2014 direkt für die Aufsicht der größten Banken im Euroraum zuständig. Im nächsten Jahr soll die neue europäische Behörde zur Abwicklung maroder Banken (SRM) an den Start gehen. Als weitere Säule der Bankenunion bleibt die Einführung einer gemeinsamen Einlagensicherung in der EU umstritten - etwa in Deutschland. So sprachen sich am Mittwoch die fünf Wirtschaftsweisen gegen ein solches System aus und stellten sich damit hinter den deutschen Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU), der dies ebenfalls ablehnt.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA436 2015-11-11/14:57