ORF-Betriebsrat Moser nimmt Niederlage bei Betriebsratswahl gelassen

Wien (APA) - Gelassen und mit Kritik an der neuen ORF-Radiobetriebsratsvorsitzenden Gudrun Stindl regierte der bisherige Radiobetriebsratsch...

Wien (APA) - Gelassen und mit Kritik an der neuen ORF-Radiobetriebsratsvorsitzenden Gudrun Stindl regierte der bisherige Radiobetriebsratschef und ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser am Mittwoch auf seine Niederlage bei der jüngsten Belegschaftswahl.

„Ich will das eigentlich nicht groß öffentlich kommentieren, nur Halb- bis Unwahrheiten muss man gerade bei der Arbeit für die Kollegenschaft von vornherein entgegentreten. Also: Wir haben ein Mandat verloren, das ist nicht schön, aber auch keine Tragödie. Dankbarkeit ist eben keine politische Kategorie, auch nicht für mehr als 15 Jahre intensive Betriebsratsarbeit im Hörfunk“, erklärte Moser gegenüber der APA.

Er würde Stindl auch „von Herzen alles Gute wünschen, das ist auch gemeinhin mein Stil, nur ist es hier nicht möglich“, so Moser weiter. „Auch wenn Stindl hundertmal betont, sie sei unabhängig, sie wird die ihr nachgesagte ÖVP-Nähe nicht los. Ich halte diese auch nicht für schlimm, nur möge sie so ehrlich sein, dafür auch zu stehen. Jetzt als ‚Unschuld vom Lande‘ zu kommen, zu betonen, sie sei auf der VP-nahen Liste nur aufgetaucht, weil die Kooperation mit der von mir übrigens sehr geschätzten Monika Wittmann so gut gewesen sei, ist schlicht hanebüchen. Kollegin Wittmann möge die Zusammenarbeit selbst beurteilen, für mich und viele andere im Zentralbetriebsrat hat sie sich als unfaires Hick-Hack bis hin zur glatten Demontage präsentiert.“

Dennoch wünsche er der neuen Radio-Betriebsratsvorsitzenden Glück. „Sie wird es brauchen, nicht nur, weil wir im ORF und insbesondere im Radio in einer brisanten Umbruchsituation stehen, sondern vor allem deshalb, weil die Kollegin bisher weder im Radiobetriebsrat noch im Zentralbetriebsrat durch besonders intensiven Arbeitseinsatz aufgefallen ist“, meinte der Zentralbetriebsratsobmann. „Wir als tatsächlich unabhängige Betriebsräte im Radio werden unsere Arbeit jedenfalls intensivieren, denn wir werden die Kolleginnen und Kollegen mit Sicherheit nicht einem ungewissen Schicksal und, was etwa Verhandlungen anbelangt, weithin unerfahrenen Vertretern aussetzen.“

~ WEB http://orf.at ~ APA495 2015-11-11/15:59