RBI - Analysten erwarten wieder Verlust im dritten Quartal

Wien (APA) - Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) dürfte im dritten Quartal wieder in die Verlustzone gerutscht sein. Dies...

Wien (APA) - Die börsennotierte Raiffeisen Bank International (RBI) dürfte im dritten Quartal wieder in die Verlustzone gerutscht sein. Dies erwartet eine Mehrheit der von der APA befragten Finanzanalysten für die am Donnerstag anstehenden Geschäftszahlen. Hauptverantwortlich dürfte eine Abschreibung wegen der Zwangskonvertierung von Frankenkrediten in Kroatien sein.

Das bereits verabschiedete Gesetz verpflichtet Banken, Fremdwährungskredite in Euro umzuwandeln. Für die Finanzinstitute ist dies mit deutlichen Kosten verbunden. Die RBI hat bereits bekannt gegeben, dafür eine Rückstellung zu bilden. Diese drücke das Konzernergebnis um 57 Mio. Euro. Daneben wird in Polen eine Firmenwertabschreibung in der Höhe von 96 Mio. Euro vorgenommen. Im Schnitt rechnen die befragten Wertpapieranalysten im dritten Quartal mit einem Nettoverlust von 30 Mio. Euro. Die Schätzungen reichen hier allerdings von 96 Mio. Verlust (Kepler Cheuvreux) bis 62 Mio. Euro Gewinn (UBS).

Die Risikovorsorgen erwarten die Analysten im dritten Quartal einheitlich niedriger als im Vorjahreszeitraum. Allerdings waren sie im dritten Jahresviertel 2014 wegen der Ukraine-Krise sehr hoch, wie Analyst Thomas Neuhold von Kepler Cheuvreux in seiner Einschätzung relativiert. Im Vergleich zum Vorquartal erwartet er einen „klaren Anstieg“ - vor allem, weil in Russland höhere Vorsorgen notwendig geworden sind.

Die Analysten der ING gehen jedoch davon aus, dass die RBI in Russland das Schlimmste überstanden hat. Geopolitisch werde sich die Situation in der Ukraine stabilisieren. Das Engagement Russlands im Krieg gegen den Islamischen Staat (IS) werde das Verhältnis zum Westen verbessern. Zudem hätten sich die Ölpreise stabilisiert, argumentieren die Analysten des niederländischen Finanzinstituts.

Unklar dürfte vorerst bleiben, wie sich die Situation in Polen entwickelt. Neuigkeiten zum Verkauf der Polen-Tochter Polbank seien noch nicht zu erwarten, sagte ein Analyst. Ebenso wenig könne man zum jetzigen Zeitpunkt abschätzen, wie es mit der diskutierten Bankensteuer weiterginge. Die bei den Parlamentswahlen im Oktober siegreiche Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS) will eine solche einführen. Bisher existieren allerdings erst Entwürfe zum geplanten Gesetz. Die UBS hatte bereits in einer Analyse Anfang Oktober den Verkauf der Polbank als entscheidend für eine Erholung der RBI-Aktie bezeichnet.

Raiffeisen Bank International - Analystenprognosen für das dritte Quartal 2015:

~

Erste UBS Kepler Citi ING Schnitt Vorjahr +/- Zinsüberschuss 830 830 830 851 837 836 940 -11% Provisionsüberschus 385 386 390 360 393 383 404 -5% s Risikovorsorgen -330 -425 -380 -355 -381 -374 -515 -27% Nettogewinn/-verlus -43 62 -96 -89 14 -30 -119 -74% t n. M. ~

Raiffeisen Bank International - Analystenprognosen für die ersten neun Monate 2015:

~

Erste UBS Kepler Citi ING Schnitt Vorjahr +/- Zinsüberschuss 2.512 2.512 2.512 2.533 2.519 2.518 2.894 -13% Provisionsübers 1.130 1.131 1.135 1.105 1.138 1.128 1.168 -3% chuss Risikovorsorgen -922 -1.017 -972 -947 -973 -966 -1.083 -11% Nettogewinn n. 245 350 191 199 302 257 225 14% M. ~

~ ISIN AT0000606306 WEB http://www.rbinternational.com/ ~ APA512 2015-11-11/16:27