Millionenstrafe für tschechischen Stromversorger in Bulgarien

Sofia (APA) - Die bulgarische Wettbewerbsbehörde KZK hat gegen den tschechischen Stromversorger EnergoPro eine Geldstrafe von 14,4 Mio. Lewa...

Sofia (APA) - Die bulgarische Wettbewerbsbehörde KZK hat gegen den tschechischen Stromversorger EnergoPro eine Geldstrafe von 14,4 Mio. Lewa (7,36 Mio. Euro) verhängt. Nach Ansicht der Wettbewerbshüter habe EnergoPro seine dominierende Marktstellung missbraucht, berichteten bulgarische Medien.

EnergoPro will gegen die Strafe Berufung einlegen und argumentiert, dass es sich um einen alten Fall aus dem Jahr 2008 handle, der noch dazu seinen Ursprung beim deutschen E.ON-Konzern habe, der später sein bulgarisches Stromgeschäft an die Tschechen verkauft hat. E.ON verweigerte damals der bulgarischen Firma Gotar einen Stromanschluss, weil Gotar alte Rechnungen nicht bezahlt habe.

Später erklärten die Tschechen, dass ein Stromanschluss für Gotar aus technischen Gründen nicht möglich sei - Gotar sei deshalb sechs Jahre lang ohne Strom gewesen, heißt es in den Medienberichten. EnergoPro wurde nun von der Wettbewerbsbehörde nicht nur zur Zahlung einer Geldstrafe verpflichtet, sondern muss auch einen Stromanschluss für Gotar herstellen.

Nach Ansicht der Wirtschaftszeitung „Kapital“ ist die Strafe gegen EnergoPro vergleichsweise hoch ausgefallen. Zuletzt waren die drei in Bulgarien tätigen ausländischen Energielieferanten EnergoPro, CEZ und die niederösterreichische EVN wegen Missbrauchs ihrer Marktstellung zu einer Geldstrafe von insgesamt 1 Mio. Lewa verdonnert worden.