Fußball: Prödl macht sich trotz Pause bei Watford keine Sorgen

Orihuela (APA) - Seit Mitte Oktober hat Sebastian Prödl kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zu Saisonbeginn bei seinem neuen Club Watford noc...

Orihuela (APA) - Seit Mitte Oktober hat Sebastian Prödl kein Pflichtspiel mehr bestritten. Zu Saisonbeginn bei seinem neuen Club Watford noch gesetzt, ist der Innenverteidiger zuletzt dreimal in Folge nicht über die Reservistenrolle hinausgekommen. Aus der Ruhe bringen lässt sich der 28-Jährige davon aber nicht. „Ich weiß, dass ich in guter Form bin“, versicherte Prödl am Mittwoch im ÖFB-Teamcamp in Orihuela.

Neun Ligaspiele hat Prödl für Watford bisher absolviert. Trainer Quique Sanchez Flores habe ihm die jüngste Nicht-Berücksichtigung so erklärt: „Er denkt, ich brauche eine Pause, um das ganze Jahr in der Premier League durchzustehen.“ Für den Grazer ist es die erste Saison in England. „So eine Situation habe ich noch nicht erlebt. Ich bin aber nicht beunruhigt. Mein Körper hat sich mehr gefreut als meine Psyche, dass er einmal eine Pause bekommt.“

Durch die reduzierte Belastung soll Prödl in der spielintensiven Weihnachtsphase voll da sein. Da geht es für den Aufsteiger innerhalb von zwei Wochen gegen die Spitzenteams Liverpool, Chelsea, Tottenham und Manchester City. „Viele Weihnachtsgeschenke werden da nicht unter dem Baum liegen.“

Auch im Nationalteam hat sich Prödl zurückgekämpft. Nach Verletzungen von Salzburgs Martin Hinteregger absolvierte er die vier abschließenden EM-Quali-Spiele neben Aleksandar Dragovic. „Ich bin geduldig und weiß, dass ich zum Erfolg beigetragen habe“, sagte Prödl. „Für einen Teamchef gibt es nichts Schöneres, als vier starke Innenverteidiger zu haben.“ Der vierte, Kevin Wimmer, spielt ebenfalls in England, kommt bei Tottenham aber nur sporadisch zum Einsatz.

Prödl hat auf seine Chance gewartet, könnte auch gegen die Schweiz den Vorzug gegenüber Hinteregger erhalten. Letzterer hatte in Salzburg zuletzt eine Nachdenkpause bekommen. „Ich schaue nur auf meine Position. Aber ich bin bereit“, versicherte Prödl. Sorgen macht er sich wegen des Konkurrenzkampfes sieben Monate vor der EM in Frankreich nicht. „Ich bin viel gelassener als vor ein paar Jahren.“

Gelernt hat er das auch in England. Dort wird im Gegensatz zu Deutschland unter der Woche unter Ausschluss der Öffentlichkeit trainiert. „In England hast du mehr Zeit zu arbeiten. Du konzentrierst dich mehr auf den Fußball“, meinte der frühere Werder-Bremen-Legionär. Und auch die englischen Fans haben es dem Abwehrspieler angetan. Prödl: „Wenn du grätscht, dann glaubst du, sie grätschen mit dir.“