Doping: FINA lässt Proben der Kasan-WM nach Barcelona bringen

Lausanne (APA) - Der Schwimm-Weltverband (FINA) hat als Reaktion auf den Doping-Skandal in Russland angekündigt, dass die mehr als 600 Probe...

Lausanne (APA) - Der Schwimm-Weltverband (FINA) hat als Reaktion auf den Doping-Skandal in Russland angekündigt, dass die mehr als 600 Proben der diesjährigen Weltmeisterschaften im russischen Kasan zur Aufbewahrung von Moskau ins WADA-akkreditierte Labor nach Barcelona gebracht werden. Das mutmaßlich massiv in Dopingvertuschungen involvierte Moskauer Labor hatte seine Akkreditierung der WADA am Dienstag verloren.

Die FINA zeigte sich in einer Mitteilung vom Mittwoch „tief besorgt“ über die Enthüllungen der Untersuchungskommission der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA). Der Verband gab an, dass die anlässlich der Schwimm-WM im Sommer genommenen 645 Proben und 418 Blutscreenings für den Athletenpass im Moskauer Labor analysiert worden sind. Das sei unter Aufsicht von Beobachtern der WADA-Labore in Barcelona und London geschehen. Jede einzelne Probe solle nun aber zur Lagerung nach Barcelona gebracht werden. Die international übliche Aufbewahrung erfolgt zur möglichen späteren Analyse mit verfeinerten Methoden.

Weiters ließ der Schwimm-Verband wissen, dass seine unangekündigten Trainingskontrollen innerhalb Russlands vom unabhängigen Unternehmen ID aus Schweden durchgeführt werden. Nachdem 2014 noch der Großteil dieser Proben in Moskau untersucht worden sei, habe man als Reaktion auf die eingeleitete Untersuchung der WADA-Kommission mehr als 80 Prozent der bisherigen Tests aus dem heurigen Jahr in Köln und Barcelona analysieren lassen. Tests von russischen Schwimmern, die außerhalb Europas leben und trainieren, seien in den WADA-Laboren in Montreal und Kanada gelandet, so die FINA.