Flüchtlinge - Sloweniens Außenminister: Kein Rückgang im Winter

Wien/Ljubljana (APA) - Sloweniens Außenminister Karl Erjavec hat gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“ (Donnerstag) den Bau einer 80 Kilom...

Wien/Ljubljana (APA) - Sloweniens Außenminister Karl Erjavec hat gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“ (Donnerstag) den Bau einer 80 Kilometer lange Grenzbarriere verteidigt. Die Flüchtlingszahlen würden auch um Winter nicht zurückgehen. Er kündigte an, Migranten künftig zurückzuweisen und fordert neue strengere Schengen-Regeln. Die „Hotspots“ in Griechenland werden „nicht funktionieren“, prophezeite Erjavec.

„Es handelt sich um keinen Zaun, sondern um eine technische Barriere, die ermöglichen soll, dass die Migrationsströme leichter kontrolliert und registriert werden können. In der Vergangenheit hat Kroatien völlig unkontrolliert Flüchtlingsgruppen nach Slowenien geschickt“, argumentierte Erjavec.

Diese Flüchtlingsströme werden noch länger andauern, so der Außenminister. „Wir brauchen diese Zäune nicht, um die Grenze zu sperren, sondern wir benötigen sie auch zum Schutz der Migranten, die zuletzt sogar durch Flüsse geschwommen sind. Zudem muss Slowenien als Schengenstaat die EU-Außengrenze schützen und dabei unter Umständen auch verschärfte Mittel anwenden. Wir können uns nicht so verhalten wie Griechenland.“

„Die Flüchtlingszahlen werden auch im Winter nicht zurückgehen“, sagte Erjavec. „Die Flüchtlinge gelangen weiter nach Griechenland. Von dort es ist auch im Winter kein Problem, nach Slowenien weiterzukommen, per Autobus, per Zug. Wenn die Ägäis unruhig wird, dann wird der Flüchtlingsstrom vielleicht vorübergehend etwas abebben, aber sicher nicht völlig abreißen.“

Migranten, die die Voraussetzungen für den Eintritt in den Schengenraum nicht erfüllen, werde Slowenien „nicht herein lassen“. Das Problem sei aber, dass es oft schwierig, dies festzustellen. „Migranten haben oft keine Dokumente bei sich. Da es sich um eine humanitäre Krise handelt, hat Slowenien bis dato niemanden zurückgeschickt.“