Streit über ökumenischen Patriarchen Bartholomäus in Bulgarien

Sofia (APA/dpa) - In Bulgarien ist nach einem Besuch des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus ein Streit unter den orthodoxen Christen ausg...

Sofia (APA/dpa) - In Bulgarien ist nach einem Besuch des ökumenischen Patriarchen Bartholomäus ein Streit unter den orthodoxen Christen ausgebrochen. Kritiker bemängeln ein „beleidigendes Benehmen“ von Bartholomäus, der in Sofia mit dem höchsten Staatsorden ausgezeichnet wurde. Sozialisten-Chef Michail Mikow forderte am Mittwoch die Rücknahme des entsprechenden Dekrets.

Der ökumenische Patriarch hatte sich während der Ordensverleihung durch Staatschef Rossen Plewneliew am Montag für eine Rückgabe von Ikonen, Kirchenschätzen und Büchern an Griechenland eingesetzt. Diese hätten nach Darstellung von Bartholomäus Kirchen in Nordgriechenland gehört, seien aber in diversen Kriegen nach Bulgarien gebracht worden. Die Gegenstände sind jetzt größtenteils im Nationalen Museum für Geschichte in Bojana bei Sofia untergebracht.

Museumsdirektor Boschidar Dimitrow lehnte die Rückgabe ab. „Er (Bartholomäus) hat kein Recht, dies zu verlangen“, sagte der Geschichtsprofessor dem Fernsehsender bTV. Alle Eigentumsansprüche zwischen Bulgarien und Griechenland seien bereits im Jahr 1925 beigelegt worden. Mit zwei Verträgen aus dem Jahr 1964 seien alle Eigentumsfragen mit Griechenland endgültig geregelt worden.

In dem Balkanland leben vornehmlich orthodoxe Christen. Es feierte in diesem Jahr den 1150. Jahrestag der Bekehrung zum Christentum.