Adventmärkte - „Gute alte Zeit“ erwacht in Oberösterreich zum Leben

Linz (APA) - Etliche Adventmärkte entführen in Oberösterreich in den kommenden Wochen in die „gute alte Zeit“: Traditionelles Handwerk und ü...

Linz (APA) - Etliche Adventmärkte entführen in Oberösterreich in den kommenden Wochen in die „gute alte Zeit“: Traditionelles Handwerk und überlieferte Bräuche werden zum Leben erweckt, Geschichtenerzähler und mittelalterliche Gaukler haben Saison. Die guten Vorsätze bezüglich Kalorienzählen sollte man angesichts von Bratwürsteln, Bauernkrapfen und Glühmost besser ins Neue Jahr verschieben.

In Linz gibt es neben den beiden großen Christkindlmärkten im Volksgarten und am Hauptplatz (jeweils von 21. November bis zum Heiligen Abend) noch etliche kleinere, beschaulichere: Am Pfarrplatz entsteht für den Wintermarkt (ab 21. November) ein Runddorf aus elf Holzhütten. Künstler und Handwerker lassen sich bei der Arbeit über die Schulter schauen, Schafe warten auf Streicheleinheiten und für die feilgebotenen Produkte gilt: natürlich und fair gehandelt müssen sie sein. Beim Mittelalter-Markt (11. bis 13. Dezember) in der Altstadt erklingen Schalmeien und Dudelsäcke, Narren und Gaukler geben sich ein Stelldichein und in handgemachten Tonbechern wird Hypocras (stark gesüßter Gewürzwein) ausgeschenkt.

Der Welterbe-Advent im Salzkammergut bietet ab 14. November eine ganze Reihe von Veranstaltungen in Bad Goisern, Gosau, Hallstatt und Obertraun. Wenn sich am 5. Dezember die Obertrauner Krampus-Passen am Gemeindeplatz treffen, braucht dank einer „schlagfreien Zone“ niemand Reißaus zu nehmen. Tags darauf kommt im örtlichen Strandbad der Nikolaus - stilecht mit einer Fuhre, dem typischen Holzboot am Hallstättersee, übers Wasser. Weitere stimmungsvolle Highlights im Welterbe-Programmreigen sind die Gosauer Berg-Weihnacht am ersten Advent-Wochenende - inklusive Eselreiten, Pferdeschlittenfahrten oder Laternenwanderungen durch den Urzeitwald - und der Christkindlmarkt am malerischen Marktplatz von Hallstatt am 8. Dezember. In Bad Goisern kann man beim Meisteradvent am dritten Advent-Wochenende wahre Könner des traditionellen Handwerks beobachten. Feierlicher Schlusspunkt sind die traditionellen Turmbläser am heiligen Abend in Hallstatt, Bad Goisern und Obertraun.

Steyr ist alle Jahre wieder ein Anziehungspunkt für weihnachtlich Gestimmte - allein schon durch das Sonderpostamt Christkindl und die gleichnamige Wallfahrtskirche. Beim Markt am historischen Stadtplatz (ab 20. November) zeigen Schmiede ihr Können, Bläserensembles sorgen für besinnliche Stimmung und am 19. Dezember treiben 500 Perchten mit Glocken die bösen Geister des Winters aus. Mit der Steyrtal Museumsbahn geht‘s weiter nach Steinbach, wo sich die Häuser am Ortsplatz in einen überdimensionalen Adventkalender verwandeln. Bei der Holzknechtweihnacht gibt‘s handfeste Schmankerln, Tramhacker und Seiler zeigen ebenso ihre Fähigkeiten wie Seifensieder oder Messerschleifer. Wer dem Trubel kurz entfliehen will, kann im Krippenhaus rund 600 Krippen aus mehr als 100 Ländern bestaunen.

Auch etliche Schlösser erstrahlen in weihnachtlichem Glanz: Als einer der schönsten Märkte in Sachen Kunsthandwerk gilt der Weinberger Advent (11. bis 13. Dezember) im Schloss Weinberg bei Kefermarkt im Mühlviertel. Der Traunsee Schlösser Advent an vier Wochenenden ab 20. November lädt zum Bummeln rund um das Land- und das Seeschloss Ort in Gmunden. Verbunden sind die beiden durch eine 123 Meter lange, weihnachtlich geschmückte Brücke über den festlich beleuchteten Traunsee.

Eine Tradition, die seit den 1960er-Jahren in Oberösterreich gepflegt wird, ist das Christbaumtauchen der Feuerwehren an etlichen Seen und Flüssen. In Schärding beispielsweise ziehen Taucher und Fackelschwimmer am 19. Dezember einen beleuchteten Christbaum auf dem Inn flussabwärts. An Land gebliebene Zuschauer werden in der Zwischenzeit kulinarisch verwöhnt und mit heißen Getränken aufgewärmt.