Radikale Einschnitte

Bank-Austria-Pläne: Gewerkschaft droht mit Arbeitskampf

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Der Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten, Wolfgang Katzian, will Verhandlungen auf Augenhöhe, was den Umgang mit dem Privatkundengeschäft der Bank angeht. Es dürfe keinen „Erpressungsversuch“ geben.

Wien/Mailand - Die Bank Austria soll nun mit dem Betriebsrat „auf Augenhöhe“ über den Umgang mit dem Privatkundengeschäft verhandeln, fordert Wolfgang Katzian, Chef der Gewerkschaft der Privatangestellten. Sonst drohe ein Arbeitskampf. Es dürfe keinen „Erpressungsversuch“ geben, damit die Arbeitnehmer „gefügig werden“.

Katzian: Eigentümer-Rendite als Grund für Sparpaket

Der Betriebsrat habe mit seinen mit Sonderrechten ausgestatteten Aktien „sehr, sehr starke Gestaltungsmöglichkeiten“, werde damit aber „sorgsam umgehen“. Es solle aber niemand glauben, dass die Bank Austria ohne Widerstand das Privatkundengeschäft verkaufen könne und die Menschen dann beim neuen Eigentümer gekündigt werden. Katzian kritisierte, dass das Sparpaket von der UniCredit deshalb geschnürt wurde, weil die Eigentümer mit fünf Prozent Rendite nicht zufrieden sind und statt dessen elf Prozent bekommen sollen.

Katzian glaubt auch nicht, dass die Bankensteuer die Banken vertreibt. Auch in Ländern ohne Restrukturierungsmaßnahmen müssten Banken ihre Strukturen anpassen. Katzian brach einmal mehr eine Lanze für eine Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich.

Gewinnrückgang bei UniCredit um mehr als 16 Prozent

Die Bank-Austria-Mutter UniCredit kündigte am Mittwoch an, mehr als 18.000 Stellen zu streichen und das Filialnetz der Bank Austria in Österreich zur Disposition zu stellen. Außerdem verlagert sie das profitable Osteuropageschäft von Wien nach Mailand. Konzernchef Federico Ghizzoni will damit die Rendite steigern, die Kapitaldecke aufbessern und den Anlegern die Sorge vor einer Kapitalerhöhung mit Verwässerung der Anteile nehmen.

In den ersten neun Monaten 2015 hat die Bank Austria-Mutter UniCredit einen Gewinnrückgang von 16,1 Prozent auf 1,541 Mrd. Euro gegenüber dem Vergleichszeitraum 2014 hinnehmen müssen. Dies teilte UniCredit in einer Presseaussendung am Mittwoch mit. (APA)

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