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Winterkorn tritt als Vorsitzender des Audi-Aufsichtsrats zurück

Der ehemalige VW-Chef Martin Winterkorn (Archivfoto).
© APA/EPA/MARIJAN MURAT

Der Ex-VW-Boss Martin Winterkorn hat mit sofortiger Wirkung sein Amt zurückgelegt. VW befristet das geplante Amnestieprogramm.

Wolfsburg – Im Zuge der VW-Affäre um manipulierte Abgaswerte hat der frühere Konzernchef Martin Winterkorn am Mittwoch mit sofortiger Wirkung auch sein Amt als Aufsichtsratsvorsitzender bei der VW-Tochter Audi niedergelegt. Entsprechende Informationen der Ingolstädter Tageszeitung „Donaukurier“ bestätigte ein Audi-Sprecher.

Winterkorn war wegen der Affäre um gefälschte Abgas-Messwerte bei Diesel-Autos am 23. September von seinem Posten als VW-Vorstandschef zurückgetreten. Am 17. Oktober legte er auch den Chefposten bei der Porsche-Holding PSE nieder.

Der 68-jährige war wegen der Affäre um gefälschte Abgasmesswerte bei Diesel-Autos am 23. September als VW-Boss zurückgetreten, um, wie er sagte, die Verantwortung zu übernehmen. Winterkorn beteuerte aber seine Unschuld und erklärte, nichts von den Vorgängen gewusst zu haben.

In der Folge war spekuliert worden, dass ihn die Affäre nicht nur jede Menge Geld, sondern auch sämtliche Posten kosten werde. Mitte Oktober legte er auch den Aufsichtsratsvorsitz bei der Porsche-Holding PSE nieder. Nun verbleiben ihm noch seine Ämter bei der Lkw-Tochter von VW sowie im Aufsichtsrat bei Porsche.

Amnestie nur bis Ende November

Laut deutschen Medienberichten drängt Volkswagen bei der Aufklärung des Skandals zur Eile. Das vor kurzem angelaufene Amestieprogramm für Mitarbeiter, die über die Manipulationen Bescheid gewusst haben, sei entgegen dem ursprünglichen Plan doch bis Ende November befristet. Der Konzern will geständigen Mitarbeitern ihre Jobs garantieren, statt sie zu feuern und verzichtet auf Schadenersatz. Dies gelte aber nicht für die Chefetage.

Im Laufe des Donnerstag hat sich der Konzern auch in einem Schreiben via Intranet geäußert und betont, dass wer sich melde und vollständig und wahrheitsgemäß berichte, „seitens des Unternehmens weder arbeitsrechtliche Konsequenzen, wie Kündigungen, noch die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen zu befürchten habe.“

Allerdings seien etwa Versetzungen dennoch möglich. Zudem weist der Konzern darauf hin, dass er keinen Einfluss auf die Ermittlungen von Behörden hat, also die Regelungen nicht vor einer möglichen Strafverfolgung schützen. „Wir werden aber in jedem Fall auf die Kooperationsbereitschaft hinweisen, was erfahrungsgemäß zu Gunsten des Betroffenen berücksichtigt wird“, heißt es in dem Brief weiter. (APA, dpa, TT.com)

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