„Kasteldenken“ lässt sich am Gehirn nachweisen

Boston (Massachusetts)/Peking/Wien (APA) - Das menschliche Gehirn ist anatomisch ein „Kasteldenker“. Annähernd gleiche funktionelle Einheite...

Boston (Massachusetts)/Peking/Wien (APA) - Das menschliche Gehirn ist anatomisch ein „Kasteldenker“. Annähernd gleiche funktionelle Einheiten lassen sich über große Menschengruppen hinweg per Magnetresonanzuntersuchungen dokumentieren, ebenso individuelle Unterschiede. Das geht aus einer vor wenigen Tagen in Nature Neuroscience veröffentlichten Studie hervor.

Die amerikanisch-chinesische Forschergruppe, einer der zahlreichen Experten, Georg Langs, ist auch an der MedUni Wien (Universitätsklinik für Radiologie/AKH) tätig, hat zunächst mit Magnetresonanzuntersuchungen von rund 1.000 Menschen einen funktionellen Atlas des Gehirns mit 18 verschiedenen Netzwerken erstellt. Dann wurde diese Landkarte mit jener von individuellen Probanden verglichen. Bei ihnen erfolgte die Erstellung des Plans von den funktionalen Einheiten durch mehrfache Untersuchungen in Ruhe und unter Aufgabenstellungen.

„Die Fähigkeit, die einzigartige funktionale Architektur des Gehirns eines Individuums zu identifizieren, ist ein entscheidender Schritt in Richtung einer personalisierten Medizin und im Verständnis der neuronalen Basis der Unterschiede im Denken und im Verhalten“, schrieben die Autoren.

Das Ergebnis: Einerseits lassen sich solche, offenbar alle Menschen betreffenden funktionellen Netzwerke im Gehirn nachweisen. Andererseits können genauso die individuellen Unterschiede von Mensch zu Mensch nachgewiesen werden. Das betrifft besonders auch die Verteilung dieser Netzwerke zwischen linker und rechter Gehirnhälfte, speziell auch für Links- und Rechtshändigkeit.