Wienerberger - Rückkehr in die Gewinnzone wackelt

Wien (APA) - Ob Wienerberger heuer die angestrebte Rückkehr in die Gewinnzone schafft, ist noch ungewiss - es dürfte knapp werden. „Ich schl...

Wien (APA) - Ob Wienerberger heuer die angestrebte Rückkehr in die Gewinnzone schafft, ist noch ungewiss - es dürfte knapp werden. „Ich schließe einen Nettogewinn nicht aus“, so die vorsichtige Formulierung des Konzernchefs Heimo Scheuch. 2014 hatte der weltgrößte Ziegelkonzern unter dem Strich einen Verlust von 202 Mio. Euro gebaut - der Grund waren Abschreibungen in Höhe von 217 Mio. Euro.

Die Prognose für das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) von 375 Mio. Euro, die zum Halbjahr für 2015 abgegeben wurde, rückt infolge von Sondereffekten außer Reichweite. Denn heuer belasten 20 Mio. Euro an Restrukturierungskosten. „Im Ausblick haben wir diese Einmalkosten zu berücksichtigen - die schlagen voll ins EBITDA“, räumte der CEO ein.

Weiters ging die Konzernspitze bei den erwarteten 375 EBITDA-Millionen davon aus, Liegenschaften in Westeuropa und Amerika im Volumen von 25 Mio. Euro verkaufen zu können - im Moment steht Scheuch zufolge erst ein Beitrag in Höhe von etwa 10 Mio. Euro in den Büchern. Allerdings werde derzeit um ein Großprojekt verhandelt - ob es noch im vierten Quartal oder erst nach dem Jahreswechsel zu einem Abschluss kommt, muss sich erst zeigen.

Im Gesamtjahr wird Wienerberger aber in jedem Fall einen Anstieg des operativen Ergebnisses gegenüber dem Vorjahr erzielen. 2014 hatte das Unternehmen ein EBITDA von 317,2 Mio. Euro erwirtschaftet.

In den ersten drei Quartalen 2015 verbesserte sich der Ziegelriese operativ spürbar. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen erhöhte sich im Vergleich zur Vorjahresperiode von 248,1 auf 293,4 Mio. Euro, das Betriebsergebnis (EBIT) von 89,2 auf 142,4 Mio. Euro. Zwischen Juli und September verringerte sich das EBITDA gegenüber dem dritten Quartal 2014 geringfügig von 113 auf 112,5 Mio. Euro - darin waren aber bereits 6 Mio. Euro an Strukturanpassungskosten enthalten. Weitere 14 Mio. Euro für die Restrukturierung drücken das Ergebnis im vierten Quartal.

„Angesichts der steigenden Volatilität des Marktumfeldes in den letzten drei Monaten sind wir mit der Entwicklung zufrieden - nach dem deutlichen Wachstum im ersten Halbjahr kühlte sich dieses im dritten Quartal ab“, erklärte Scheuch, der auf die Konjunkturschwäche bereits mit der Einmottung einer Fabrik in der Schweiz und einer Werksschließung in Deutschland reagiert hat. Um die Kosten zu optimieren, wurde zudem versucht, die Integration des osteuropäischen Tondachziegelgeschäfts zu beschleunigen. Aus den Strukturanpassungen resultieren im laufenden Geschäftsjahr besagte Kosten von rund 20 Mio. Euro, die laut CEO „im dritten und vierten Quartal ergebniswirksam werden“.

Auch am Schuldenabbau wird kontinuierlich gearbeitet. Die 2012 emittierte Anleihe im Umfang von 200 Mio. Euro zahlte Wienerberger den Angaben zufolge im August zurück. Dadurch verringerten sich die Nettozinskosten laut Scheuch um 10 Mio. auf 40 Mio. Euro. Insgesamt weitete sich die Nettoverschuldung heuer in den ersten drei Quartalen von 621,5 auf 647 Mio. Euro aus, der Verschuldungsgrad stieg leicht von 30,4 auf 30,8 Prozent. Das Eigenkapital liegt bei rund 2,1 Mrd. Euro (2014: 2,05 Mrd. Euro). Der Ziegelkonzern beschäftigte heuer im Schnitt 15.875 Mitarbeiter weltweit - um 7 Prozent mehr als im Vorjahr.

~ ISIN AT0000831706 WEB http://www.wienerberger.com ~ APA122 2015-11-12/09:32