Kerry fordert von Israelis Mut im Friedensprozess

New York/Jerusalem (APA/AFP) - US-Außenminister John Kerry hat Israel zu einer Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern ermutigt. Eine Zwe...

New York/Jerusalem (APA/AFP) - US-Außenminister John Kerry hat Israel zu einer Zwei-Staaten-Lösung mit den Palästinensern ermutigt. Eine Zwei-Staaten-Lösung sei „kein unmöglicher Traum“ sagte Kerry am Mittwoch bei einem Treffen mit israelischen Vertretern am Sitz der Vereinten Nationen in New York.

Der „zionistische Traum“ als „Konzept von Israel als jüdischer Demokratie“ sei ein „Leuchtturm für alle Nationen“. Dieser Traum könne nur von zwei Staaten, die „in Sicherheit Seite an Seite“ existieren, aufrecht erhalten werden.

Kerry äußerte sich mit Blick auf eine Rede des früheren israelischen UN-Botschafters Chaim Herzog aus dem Jahr 1975, in welcher dieser eine UN-Resolution verurteilte, die den Zionismus als Form des Rassismus angeprangert hatte. „Wir alle wissen aus Jahren der Diskussionen und Bemühungen: Das ist kein unmöglicher Traum. Es ist machbar“, sagte Kerry.

Die Anerkennung eines Palästinenserstaats „erfordert Mut, erfordert Führungsstärke“, sagte der US-Minister weiter. „Es ist nun an uns“, sagte Kerry, dessen Friedensinitiative im April vergangenen Jahres erfolglos geblieben war. Auch ein Besuch des israelischen Regierungschefs Benjamin Netanyahu in Washington in dieser Woche hatte keine Fortschritte gebracht.

Bei einem Einsatz israelischer Spezialkräfte in einem Krankenhaus in Hebron im Westjordanland wurde unterdessen ein Palästinenser getötet. Der 27-Jährige sei in der Nacht zum Donnerstag von einer Einheit von verdeckten Ermittlern getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium mit. Der israelische Inlandsgeheimdienst Shin Bet bestätigte die Aktion. Bei dem Getöteten handelte es sich den Angaben zufolge um den Cousin eines Attentäters, der Ende Oktober einen Israeli mit einem Messer schwer verletzt hatte.

Laut Shin Bet schossen die Einsatzkräfte, als sich der Mann der Festnahme des mutmaßlichen Attentäters widersetzte. Den palästinensischen Angaben zufolge waren an der Aktion 21 Spezialkräfte beteiligt. Der Einsatz ereignete sich demnach im Krankenzimmer des mutmaßlichen Attentäters, dem nach dem Messerangriff zunächst die Flucht gelungen war und der nun in der Klinik festgenommen werden sollte.

Seit Anfang Oktober ist die Lage im Westjordanland und in Jerusalem äußert angespannt, fast täglich greifen Palästinenser Israelis mit Messern an. Insgesamt wurden bei den Anschlägen bisher zehn Israelis getötet. Im Zuge der Unruhen, die sich auch auf das Grenzgebiet zum Gazastreifen ausdehnten, wurden im gleichen Zeitraum auch 74 Palästinenser und ein arabischer Israeli getötet.