Medien

Vernetzung verändert die Welt, nur wie?

© Andreas Rottensteiner / TT

Beim Medientag 2015 sprachen Experten über neue Technologien, neue Chancen und neue Probleme.

Innsbruck –Der YouTube-Star LeFloid durfte die deutsche Kanzlerin Merkel interviewen, weil er junge Fans hat und weil sie die Generation Internet als Wählerschaft braucht. Was geschah? Kaum kritische Fragen, ein Wohlfühl-Interview. So dürfe Journalismus in Zukunft nicht aussehen, sagte Peter Kropsch, Geschäftsführer der Austria Presse Agentur. Wie Medien mit solchen Entwicklungen umgehen, welche Innovationen bewährte Geschäftsmodelle bedrohen und wie sich Journalismus finanzieren lässt, darüber wurde am Mittwoch beim Medientag der Uni Innsbruck in Kooperation mit der TT diskutiert.

Für Nicolas Clasen, Autor des Buches „Der digitale Tsunami“, stand fest: „Das Internet bietet viele Möglichkeiten, aber wir haben noch nicht das ideale Online-Produkt. Die Verlagshäuser müssen neue Modelle entwickeln, mit der sie durch Werbung Geld verdienen.“ Nur weil global gesehen Werbung mit Google, Facebook oder YouTube funktioniere, müsse das nicht regional so sein, waren sich Kropsch und Hermann Petz, CEO der Moser Holding, einig. Nicht einer Meinung waren sich alle Medienexperten am Podium bei dem Thema, auf welchen Kanälen Journalismus in Zukunft transportiert wird. Nicht Print oder online, „sondern sowohl als auch“, sagte Petz dazu.

Eine Gefahr sieht Kurt Matzler, Professor für Strategisches Management an der Uni Innsbruck, auf Unternehmen zukommen, welche nicht mit dem exponentiellen Tempo der Entwicklungen mithalten könnten. „Unternehmen müssen viel probieren, auch wenn sie wissen, dass vieles nicht funktioniert.“

Print, Online oder beides und wie verändert demnächst die Virtual Reality (VR) die Medienwelt? „Die VR-Brille wird auch eine Darstellungsform sein, aber eine neue Technologie schließt nicht aus, dass man Journalismus auf allen Darstellungsformen bespielen kann“, erklärte Petz.

Die disruptive Theorie geht davon aus, dass man auf etwas Neues, das billiger ist und funktioniert, umschwenkt. „Gerade beim Journalismus dürfen wir uns das aber nicht erlauben“, sagte Kropsch. (chris)

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