Tourentipp

Im Angesicht der Kalkkögel

Das Gipfelkreuz am Sonntagsköpfl auf 2030 Metern mit Blick nach Zirl und ins Inntal.
© flex

Die Bergtour aufs Sonntagsköpfl oberhalb der Kemater Alm ist ob der kurzen Gehzeit und der einfachen Bergwege als Familienausflug bestens geeignet. Und die Tour am Fuße der Kalkkögel verdient das Prädikat „wunderschön“.

Grinzens –Wer am Wochenende auf der Suche nach einer geöffneten Schutz- oder Almhütte ist, wird etwa auf der Höttinger Alm (Nordkette) oder der Walderalm (oberhalb von Gnadenwald) noch fündig. Wer es allerdings etwas ruhiger will, dem Hütten-Trubel entfliehen möchte, aber dennoch Lust auf eine sonnige Wanderung hat, der wird am Fuße der Kalkkögel im Senderstal (Gemeinde Grinzens) mehr als belohnt.

Erst im Mai dieses Jahres hat Almpächter Harry Biechl aus Absam das Zepter auf der Kemater Alm übernommen. Nach sechs Monaten Hüttenleben, die mit einem herrlichen Sommer und Herbst gesegnet waren, blickt der Vollbartträger auf seine erste Almsaison zurück: „Ich war schon lange auf der Suche nach einer Almwirtschaft. Hier habe ich den perfekten Platz gefunden“, erklärt uns der 49-Jährige, den wir zum Abschluss auf der Alm besuchten. Bis voraussichtlich 4. Dezember bleiben die Türen der Alm allerdings geschlossen. „Ab dann, spätestens aber ab 8. Dezember, starten wir in den Winterbetrieb“, erklärt uns der Absamer, der sich auf einen hoffentlich schneereichen Winter mit regem Rodel- und Skitourenbetrieb freut.

Wurst, Knödel oder ein erfrischendes Bier gibt es momentan also nicht. Trotzdem, für eine spätherbstliche und kurze Rundtour über die Adolf-Pichler-Hütte hinauf zum Sonntagsköpfl und retour ist die Kemater Alm trotz geschlossener Pforten ein lohnenswertes Ausflugsziel. Vor allem für Familien und all jene, die es etwas gemütlicher wollen.

So kommt man hin: In der Gemeinde Grinzens, im westlichen Mittelgebirge, folgen wir mit dem Auto der Beschilderung zur Kemater Alm. Am Eingang zum Senderstal muss die Maut von 3 Euro beim Automaten entrichtet werden. Auf einem tipptopp ausgebauten Forstweg, der besser ist als so manche Bundesstraße, erreichen wir nach gut 5,5 Kilometern den Ausgangspunkt der Tour, die Kemater Alm.

Dort parken wir den fahrbaren Untersatz. Hinter der Alm folgen wir dem breiten und mäßig steilen Schotterweg in südlicher Richtung. Unschwierig und mit einem Höhengewinn von knapp 300 Höhenmetern erreichen wir das erste Etappenziel, die Adolf-Pichler-Hütte. Wer glaubt, bei dieser Tour nicht genügend Sonne zu bekommen, der täuscht sich. Gerade zur Mittagszeit ist der Kessel rund um die Schutzhütte der vollen Sonnenstrahlung ausgesetzt.

Obwohl es auf der Holzbank vor der Schutzhütte so gemütlich und warm ist, setzen wir unsere Wanderung fort. Ziel ist nämlich das Sonntagsköpfl. Wir folgen dem gelben Wegweiser in südwestlicher Richtung weiter. Der Steig, der nur einmal mit etwas Schnee bedeckt ist und durch Latschenfelder führt, bringt uns auf einen Rücken. Hier biegen wir scharf nach rechts ab und wandern quasi auf dem Hochplateau nach Norden entlang.

Kurz vor dem Kreuz, quasi am höchsten Punkt, muss man unbedingt auf dem großen Stein Platz nehmen, die Seele baumeln lassen und das herrliche Panorama über die Kalkkögel mit Schlicker Seespitze, Riepen- und Ochsenwand genießen. Ein Traum!

Ein paar Meter bis zum Gipfelkreuz des Sonntagsköpfels sind es noch. Wir folgen dem Pfad weiter, und treffen nach weiteren fünf Minuten Gehzeit beim Gipfelkreuz des 2030 Meter hohen Sonntagsköpfels ein. Mit direktem Blick auf die Kemater Alm und das Inntal lassen wir uns hier die Gipfeljause schmecken, bevor uns der Abstieg zuerst in Richtung Norden, später nach Süden bringt, und wir wieder die Adolf-Pichler-Hütte erreichen. Der Rest erklärt sich von selbst. Über den breiten Schotterweg, den wir zu Beginn aufgestiegen sind, gelangen wir zurück zum Auto und zur Kemater Alm.

Fazit: Mit knapp 1,5 Stunden Gesamtgehzeit und etwa 360 Höhenmetern ist diese Rundwanderung und der Besuch des Sonntagsköpfels für Familien, konditionsschwächere Wanderer und Langschläfer im Senderstal wie maßgeschneidert.

Übrigens: Allen, denen die Tour ab der Kemater Alm zu wenig anspruchsvoll ist: Mit dem Mountainbike ab Grinzens kann man zusätzliche 690 Höhenmeter gewinnen. Im Winter, wenn auch die Kemater Alm wieder ihre Tore aufsperrt, bietet der Forstweg ein perfektes Rodelerlebnis. (flex)

Infos zur Tour

Die Höhenmeter: Kemater Alm: 1673 Meter, Adolf-Pichler-Hütte: 1977 Meter, Sonntagsköpfl: 2030 Meter, Gesamtaufstieg: 360 Höhenmeter.

Gehzeit beim Aufstieg: ca. eineinhalb Stunden.

Schwierigkeit: einfache Bergwanderung, als Familienwanderung geeignet.

Einkehren: Die Kemater Alm hat voraussichtlich ab 4. Dezember (spätestens ab 8. Dezember, bei guter Schneelage früher) wieder geöffnet.

Anfahrt und Parken: Straße ab Grinzens mautpflichtig (3 Euro). Parkmöglichkeit auch beim Sportcafé in Grinzens (gebührenpflichtig).

Am Weg zum Sonntagsköpfl gibt es einen wunderschönen Ausblick auf die Kalkkögel (von links nach rechts: Kleine und Große Ochsenwand, Riepenwand, Schlicker Seespitze und Gamskogel).
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