Börse Frankfurt im Frühhandel moderat im Minus

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt muss seinem zuletzt starken Lauf weiterhin Tribut zollen. Der DAX fiel am Donners...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Der deutsche Aktienmarkt muss seinem zuletzt starken Lauf weiterhin Tribut zollen. Der DAX fiel am Donnerstag nach der ersten Handelsstunde um 0,22 Prozent auf 10.884,17 Punkte.

Nach einer Kursrally im Oktober tritt das Börsenbarometer nun schon eine Weile unter dem Strich nahezu auf der Stelle. Eine Beruhigung sei fast schon zwingend notwendig gewesen, sagte Chartexperte Franz-Georg Wenner vom Börsenstatistik-Magazin Index-Radar. Solange die Entwicklung im Rahmen bleibe, gebe es keinen Grund zu Sorge.

Der Index der mittelgroßen Werte MDAX büßte am Donnerstag 0,16 Prozent auf 20.929,09 Punkte ein. Der Technologiewerte-Index TecDAX stieg inzwischen um 0,32 Prozent auf 1.836,94 Punkte, getrieben unter anderem von einem Kursfeuerwerk beim Solarzulieferer SMA Solar.

Für neue Inspiration brauche es nun nachhaltige Ereignisse, schrieb Analyst Christian Schmidt von der Landesbank Helaba in einem Marktkommentar. Ob und von welcher Seite diese kommen könnten, bleibe abzuwarten. So gelte es auch heute wieder, auf Unternehmensseite zahlreichen Geschäftsberichte zu verfolgen.

Kurzzeitig sorgte der fallende Eurokurs am Morgen für Auftrieb am Aktienmarkt, da eine schwache Gemeinschaftswährung den Export erleichtert. Der Euro geriet während einer Rede des Präsidenten der Europäischen Zentralbank (EZB), Mario Draghi, vor dem Europaparlament unter Druck und rutschte zeitweise wieder unter die Marke von 1,07 US-Dollar. Draghi sagte erneut, dass die EZB ihre geldpolitische Ausrichtung im Dezember überprüfen werde und das milliardenschwere Anleihekaufprogramm bei Bedarf über den September 2016 hinaus laufen werde.

Schlusslicht im DAX waren die Papiere von RWE mit einem Minus von annähernd 8 Prozent. Der Energiekonzern bestätigte nach den ersten neun Monaten zwar die Gesamtjahresprognose eines um Sondereffekte bereinigten Nettoergebnisses von 1,1 bis 1,3 Milliarden Euro. RWE schränkte allerdings ein, dass die Vorgabe eventuell nur knapp erreicht werde.

Im Index der mittelgroßen Werte büßte die Talanx-Aktien dreieinhalb Prozent ein. Wegen des teuren Umbaus seines Deutschland-Geschäfts setzte sich der Versicherer eher bescheidene Ziele für das kommende Jahr.

Der Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA erfreute die Anleger hingegen: Dank der Übernahme des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich hoben die Darmstädter die Prognosen für das laufende Jahr an. Die Papiere verteuerten sich um mehr als 3 Prozent.

Siemens-Aktien gewannen rund 3 Prozent. Analysten lobten die Geschäftsentwicklung im abgelaufenen Quartal.

Der Solartechnikhersteller SMA Solar überzeugte die Anleger mit einem optimistischeren Geschäftsausblick. Das verlieh der rasanten Kurserholung der vergangenen Monate frischen Schwung: Der Kurs schoss um 16 Prozent nach oben.

Die Bayer-Tochter Covestro zeigte sich inzwischen für das laufende Jahr weiter zuversichtlich. „2015 soll für Covestro ein sehr gutes Jahr werden“, sagte der Chef des Kunststoffspezialisten, Patrick Thomas. Die Anleger honorierten das mit einem Kursaufschlag von 4 Prozent.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA162 2015-11-12/10:21