Flugbegleiter-Streik geht weiter - Lufthansa wartet auf Gericht

Frankfurt (APA/Reuters) - Auch am sechsten Streiktag der Lufthansa -Flugbegleiter zeichnet sich keine Einigung ab. Beide Seiten bewegen sich...

Frankfurt (APA/Reuters) - Auch am sechsten Streiktag der Lufthansa -Flugbegleiter zeichnet sich keine Einigung ab. Beide Seiten bewegen sich derzeit kaum aufeinander zu. Deutschlands größte Airline strich am Donnerstag gut 930 ihrer geplanten 3000 Flüge. Betroffen sind an den Flughäfen Frankfurt, München und Düsseldorf etwa 107.000 Passagiere. Auch 13 Verbindungen nach Wien und Graz sind betroffen.

Die Lufthansa hatte zuletzt vergeblich versucht, den längsten Ausstand ihrer Geschichte vor Gericht zu stoppen. Am Donnerstagnachmittag verhandelt das Landesarbeitsgericht Düsseldorf über eine Berufung der Fluggesellschaft. In dem seit zwei Jahren schwelenden Tarifkonflikt geht es neben vielen anderen Punkten um die Altersversorgung für die 19.000 Kabinenangestellten bei der Lufthansa.

Personal-Vorstand Bettina Volkens bekräftigte, dass die Lufthansa wegen des harten Wettbewerbs nur mit Einsparungen an den Märkten bestehen könne. „Wenn wir es nicht schaffen, die Kosten zu senken, müssen wir weiter schrumpfen“, sagte sie im ZDF. Dies wolle das Unternehmen aber nicht. Die Managerin wich der Frage aus, ob der Konzern den Stewardessen und Stewards in dieser Woche noch ein weiteres Angebot vorlegen werde.

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo, die noch bis einschließlich Freitag die Arbeit niederlegen will, betonte ihre Entschlossenheit. „Wenn es keine Bewegung vom Vorstand gibt, dann müssen wir vielleicht sagen, dass es noch einen Streik geben wird“, sagte Ufo-Chef Nicoley Baublies der Nachrichtenagentur Reuters. „Solange es kein Signal vom Vorstand gibt, dass sie anders mit den Mitarbeitern umgehen, hilft eine formelle Schlichtung nicht.“

Der finanzielle Schaden des aktuellen Streiks liegt nach Worten von Lufthansa-Managerin Volkens in „einem deutlichen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich“. Mit dem Ausstand schädigten die Flugbegleiter den gesamten Konzern. „Die Einzigen, die sich darüber freuen, sind unsere Wettbewerber“, sagte Volkens der „Bild“-Zeitung. Dies bekam zuletzt auch Lufthansa-Chef Carsten Spohr zu spüren. Auf dem Weg von Berlin nach München musste er streikbedingt mit der Konkurrenz Air Berlin fliegen - in Reihe 20, wie die Lufthansa bestätigte.

~ ISIN DE0008232125 WEB http://www.lufthansa.com/ ~ APA187 2015-11-12/10:56