Tragödie in Mühlau

Muller haftet nicht für Toten

Im Februar 2012 nahm das Faschingstreiben in Mühlau ein tragisches Ende. Der Unfallort wurde abgesperrt und untersucht.
© Paumgartten

Nach dem Todesfall bei der Mühlauer Fastnacht trifft den jungen Beklagten keine Haftung.

Von Reinhard Fellner

Innsbruck –Eine der größten Veranstaltungstragödien Tirols der letzten Jahre ereignete sich 2012 beim Lauf der Arzler Muller beim Mühlauer Fastnachtsumzug.

Rückblende: Ein 19-jähriges Vereinsmitglied bot dem Vorstand an, mit einer Heizkanone einen der Umzugswagen aufzuwärmen, da die Kinder gefroren hatten. Obwohl klar war, dass der 19-Jährige nach Installation des Heizers den Wagen zur Betreuung der Jungmuller verlassen musste, nahmen alle Beteiligten das Angebot an. Ein 37-jähriges Vorstandsmitglied geriet darauf aber in Heizkanonennähe mit dem hochgradig feuerempfindlichen Mullerkostüm in Brand und verstarb.

Eine Katastrophe für die Familie des zweifachen Vaters – und für das junge Vorstandsmitglied. Wurde der Bursche doch wegen fahrlässiger Tötung aufgrund von Sorgfaltswidrigkeit angeklagt. Verteidiger Roland Kometer berief im Feber gegen die zur Hälfte bedingten 3960 Euro Geldstrafe. Der Strafakt liegt beim Oberlandesgericht.

Schlimmer wog für den Burschen jedoch der drohende Unterhalt für die Hinterbliebenen-Familie. Es hätte für den heute 22-Jährigen langfristig das ewige Existenzminimum bedeutet.

Hier gibt es nun Entwarnung. Anwalt Kometer: „Nach genauer Prüfung muss nun die Versicherung des Umzugswagens und nicht der Bursche für den Unterhalt einstehen. Da der Umzugswagen in Bewegung war, haftet die Versicherung automatisch nach dem Eisenbahnen- und Kraftfahrzeughaftpflichtgesetz.“

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