Eisschnelllauf: Bittner scheint vor Sprung in absolute Weltspitze

Calgary (APA) - Die Tirolerin Vanessa Bittner hat im vergangenen Winter an die Weltspitze im Eisschnelllauf herangeschnuppert, in der am Fre...

Calgary (APA) - Die Tirolerin Vanessa Bittner hat im vergangenen Winter an die Weltspitze im Eisschnelllauf herangeschnuppert, in der am Freitag in Calgary beginnenden neuen Saison soll der nächste Schritt folgen. Verheißungsvolle Trainingswerte und -zeiten lassen einiges erwarten, wobei Österreichs Rekordhalterin über 500 und 1.000 m nun auch die 1.500 m in ihr Repertoire genommen hat.

Bittners Leistungen in der Saison 2014/15 waren nennenswert. Drei Junioren-WM-Titel, zwei Top-Ten-Ränge bei den Einzelstrecken-Weltmeisterschaften, Sprint-WM-Achte und vor einem Jahr beim Saison-Auftakt als 500-m-Dritte in Japan Österreichs erster Podestrang in einer Olympia-Disziplin seit knapp 15 Jahren. Das alles in Vorbereitung auf die Matura. Nach erfolgreicher Absolvierung derselben ging es im Sommer aber erst los.

„Ich kann mich erstmals zu 100 Prozent auf den Spitzensport konzentrieren“, sagte Bittner. Einzelstrecken- und Mehrkampf-WM sind die Hauptziele der Innsbruckerin. Durch ihren neuen Status als Heeressportlerin genießt sie seit Sommer zusätzliche Unterstützung. Kraft, Schnelligkeit, Intervall- und Grundlagentraining waren die Schwerpunkte in der Vorbereitung. Am 1. November erfolgte die Abreise nach Kanada.

Schon davor steigerte Bittner ihre 1.500-m-Bestzeit um knapp sieben Sekunden und ist damit Sechste der Saisonweltbestenliste. Unter Europas Elite bedeuten ihre 1:57,22 Minuten vom 24. Oktober im Saisonranking Platz eins, über 500 und 1.000 m ist die 20-Jährige jeweils Zweite. „Es wäre schon cool, den einen oder anderen Rekord einer Emese Hunyady zu knacken“, ließ sie wissen. 71/100 fehlen Bittner über 1.500 m darauf noch.

In der Olympiastadt 1988 geht Bittner auf klare österreichische Rekorde auf allen ihren drei Einzelstrecken los, zudem tritt sie im Massenstart an. Das schnelle Eis in Calgary wie in der Woche danach beim Weltcup-Stopp in Salt Lake City ist für Bestzeiten prädestiniert. Schon vor fünf Wochen sprach Bittner von einer niedrigen 37er-Zeit über 500 m (österreichischer Rekord: 38,26) sowie um 1:14 Minuten über 1.000 m (1:15,36).

Nicht wenig Motivation holte sich Bittner auch bei den Europameisterschaften im Inline-Speed-Skating, als sie im Juli in Innsbruck fünfmal Gold einheimste. Das ging auch als gutes Training für den Massenstart durch, in dem es ab sofort wie in den anderen Disziplinen auch eine A- und B-Gruppe geben wird. „Wir brauchen schon in den ersten Rennen gute Ergebnisse“, erläuterte Nationaltrainer Hannes Wolf dazu.

In der Höhenlage Nordamerikas äugt auch Linus Heidegger über 5.000 und 10.000 m auf nationale Bestzeiten. Armin Hager ist nach Adduktorenproblemen noch nicht in Bestform. Die nächste österreichische Generation hinter Bittner, Heidegger und Hager ist an diesem Wochenende beim Auftakt des Junioren-Weltcups in Groningen aktiv. Dabei haben Viola Feichtner und Gabriel Odor schon jeweils Junioren-WM-Limits erbracht.

Saison-Kalender:

Weltcup: Calgary (13.-15.11.), Salt Lake City (20.-22.11.), Inzell (4.-6.12.), Heerenveen (11.-13.12.), Stavanger (29.-31.1.), Heerenveen (11.-13.3.); Mehrkampf-EM: Minsk (9./10.1.); Einzelstrecken-WM: Kolomna/RUS (11.-14.2.); Sprint-WM: Seoul (27./8.2.); Mehrkampf-WM: Berlin (5./6.3.); Mehrkampf-ÖM: Innsbruck (26.12.).