Transparency: G-20 bekämpfen Korruption nicht ausreichend

Istanbul (APA/AFP) - Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer sind ihren Zusagen nach Verbesserungen bei der Unternehmenstransparenz ...

Istanbul (APA/AFP) - Die 20 führenden Industrie- und Schwellenländer sind ihren Zusagen nach Verbesserungen bei der Unternehmenstransparenz im Kampf gegen Korruption offenbar nicht nachgekommen. Jedes Jahr würden bis zu 1,9 Billionen Euro gewaschen, was oft durch ein komplexes Netzwerk anonymer Strukturen ermöglicht werde, heißt es in einem am Donnerstag veröffentlichten Bericht von Transparency International.

Die G-20-Staaten müssten mehr Anstrengungen unternehmen, um die legalen Strukturen aufzulösen, welche diese Vorgänge erst möglich machten. „Nehmen Sie einen der größten Korruptionsskandale der jüngeren Geschichte - Petrobras, Fifa - und Sie werden sehen, dass eine Strohfirma zum Einsatz kam, um Schmiergeld zu zahlen oder gestohlenes Geld zu verstecken“, erklärte Cobus de Swardt von Transparency International.

Die G-20 (auch G20) hätten bei ihrem Gipfel im australischen Brisbane im vergangenen Jahr zugesagt, mehr für Transparenz zu tun, um den Einsatz von Strohfirmen für illegale Zwecke zu unterbinden und Korruption, Steuerhinterziehung und Geldwäsche zu bekämpfen. Von den 20 Staaten arbeite jedoch nur Großbritannien „aktiv daran, es den Korrupten schwerer zu machen, ihr Geld zu verstecken“. Bisher würden Unternehmen nur in Großbritannien und Indien verpflichtet, Daten über die wahren Inhaber zu erheben.

An zahlreichen internationalen Finanzplätzen könnten Banken überdies Transaktionen vornehmen, auch wenn sie nicht die wahren Identitäten der Auftraggeber kennen würden. In sieben der G-20-Staaten würden Immobilienmakler zudem nicht verpflichtet, die wahren Käufer und Verkäufer zu identifizieren, wodurch oftmals Strohfirmen als Eigentümer hinter Luxusimmobilien stünden.

Nach Angaben der Türkei soll der Kampf gegen die Korruption Thema des G-20-Gipfels am Sonntag und Montag in Antalya sein. Dominiert werden dürfte das Treffen aber vom Bürgerkrieg in Syrien und der Flüchtlingskrise.