Landespolitik

Dorfplatz schweißt zusammen

© Fankhauser Eva-Maria

Transparenz und ein neuer Kommunikationsstil vereinen die Weerer unter einem Dach. Jeder konnte am neuen Dorfplatz und Gemeindehaus mitplanen und Ideen schmieden.

Von Eva-Maria Fankhauser

Weer –Die Gemeinde Weer hat turbulente Jahre hinter sich, in denen das Dorfleben auf eine harte Probe gestellt wurde. Seit rund 1,5 Jahren hat nun BM Markus Zijerveld das Ruder in der Hand und versucht, die Bürger wieder unter einem gemeinsamen Dach zu vereinen.

Dafür hat sich der Ortschef eine besondere Lösung ausgedacht. Er knallt seinen Bürgern nicht einfach einen neuen Dorfplatz samt Gemeindehaus vor den Latz, sondern bindet alle Weerer in den Entstehungsprozess ein. „Es war und ist noch immer ein relativ komplizierter Prozess, aber es lohnt sich. Angefangen mit der Dorferneuerung, einer regen Bürgerbeteiligung, vielen Diskussionen bis hin zum Architekturwettbewerb und dem schlussendlichen Ergebnis“, erläutert BM Zijerveld. Vor allem liegt dem Ortschef aber viel in der Art der Umsetzung, der „Dorfplatz Neu“ sei laut ihm eine gute Möglichkeit, eine neue Kommunikationsform zu probieren.

Dazu wurde eine Expertin in Sachen Projektmanagement und Prozessbegleitung an Bord geholt. „Ein wesentlicher Schritt war es, die Bevölkerung bereits im Vorfeld mit einzubeziehen“, berichtet Ruth Buchauer. Mit ihrer Hilfe konnten sich die Weerer vielseitig einbringen: Es gab eine Ideenbox, Schulkinder fertigten Zeichnungen des Dorfplatzes an, es gab einzelne Gespräche, eine Gemeindeversammlung, wo in kleinen Gruppen Ideen ausgearbeitet wurden und jeder sagen konnte, was ihm wichtig ist. „Dann hat sich eine Steuerungsgruppe im Gemeinderat mit den Ergebnissen unvoreingenommen befasst. Das war nicht immer ganz einfach“, schmunzelt Buchauer und fügt hinzu: „Ich bin froh, dass es in Weer kein so starres Festhalten an Formalitäten gibt.“

Über 100 Weerer füllten am Mittwoch Abend den Pfarrsaal der Gemeinde, als zur Präsentation des Siegerprojektes aus dem Architekturwettbewerb geladen wurde. Gespannt folgten die zahlreichen Weerer den Ausführungen der Architekten Martin Scharfetter und Robert Rier. Noch sei der Entwurf nicht in Stein gemeißelt und der Ortschef sei offen für Kritik. „Wir wollen den Verkehr an die Südseite bringen und so einen großen durchgehenden Grünraum mit der Dorflinde und dem Brunnen schaffen. Rund um das neue Legerer-Haus soll eine gepflasterte Fläche entstehen. Das Ganze soll aber dennoch den Charakter eines Angers behalten“, erläutert Schafetter. Das alte Bauernhaus Legerer zu sanieren sei laut dem Ortschef zu kostenintensiv. Daher ensteht auf dessen Grund ein neues Gebäude, das einige Elemente des Bauernhauses aufgreift. Das neue Gemeindehaus soll zudem multifunktional Platz bieten für einen Bürgerservice, Büros, Räumlichkeiten für Veranstaltungen und Vereine und oder auch einen Schießstand für die Schützen.

Im Anschluss an die Projektvorstellung folgte eine rege Diskussion. „Für mich ist das verkehrstechnisch die schlechteste Lösung – und dann noch die ganzen Parkplätze vor meiner Tür. Ich kenne keinen Weerer, der sich da nicht wehren würde“, ärgert sich ein Anrainer. Der Ortschef dachte hingegen, dass das Projekt eine massive Besserung darstelle. Das Verkehrskonzept eckt auch bei anderen Bürgern an. „Die Kurve beim Schuler sollte man noch mal überdenken, das wird sich nicht ausgehen, und das Vordach ist viel zu überdimensional“, gibt eine Bürgerin zu bedenken. BM Zijerveld nahm die Kritik an und erklärte, dass man das Vordach und verkehrstechnische Angelegenheiten nochmals überdenken werde. Die Hoffnung auf eine Tiefgarage wurde von BM Zijerveld gleich zu Beginn erstickt, schließlich spare man so eine halbe Million Euro. Das vorgeschriebene Budget von 2,6 Millionen Euro nicht zu überschreiten, wurde mehrfach von den Bürgern gefordert.

Viel Lob erhielt der Ortschef für das prozesshafte Vorgehen und den neuen Kommunikationsstil. Das Miteinander und die Transparenz – das ist für die Bürger vorbildlich.

Die Planung solle laut Zijerveld noch bis etwa Juni 2016 dauern, weiters rechne er mit rund einem Jahr Bauzeit.

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Angela Dähling

Angela Dähling

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