Erfolg nach Jahrzehnten - Neue Immuntherapien bei Krebs

Wien (APA) - Nach Jahrzehnten könnte sich endlich ein Erfolg mit Immuntherapien bei Krebs einstellen. Bereits vor rund hundert Jahren gab es...

Wien (APA) - Nach Jahrzehnten könnte sich endlich ein Erfolg mit Immuntherapien bei Krebs einstellen. Bereits vor rund hundert Jahren gab es die Idee für solche Behandlungen. Doch bis vor kurzem schlugen alle Umsetzungsversuche fehl. Erst in jüngster Zeit stellen neue Formen der Immuntherapien eine echte Zukunftsperspektive dar, hieß es Mittwochabend bei einer Informationsveranstaltung der Wiener Krebshilfe.

„Die Immunologie und Krebs war mein primäres Forschungsthema“, sagte der Präsident der Wiener Krebshilfe und ehemalige Chef des Instituts für Krebsforschung der MedUni Wien, Michael Micksche. Immer wieder ins Leben gerufenen Projekten standen Fehlschläge gegenüber. „Schlussendlich waren wir enttäuscht vom Ergebnis.“ Dabei hätte der deutsche Pionier Paul Ehrlich bereits vor rund hundert Jahren visionär erkannt, dass das Immunsystem des Organismus an sich in der Lage sein sollte zu verhindern, dass aus einer bösartigen Zelle ein Tumor wird.

Erst in den vergangenen Jahren wurde entdeckt, dass Tumoren in ihrer Mikroumgebung die Abwehrreaktion behindern bzw. sich „Tarnkappen“ aufsetzen, um sich dem Angriff des Immunsystems zu entziehen. Das wurde über den Weg von monoklonalen Antikörpern („Checkpoint-Inhibitoren“) zur Blockade jener Abläufe, mit denen Krebs die Abwehrreaktion des Körpers behindern, zu neuen Perspektiven. Bei fortgeschrittenen Melanom-, Nierenzell- und nicht-kleinzelligen Lungenkarzinomen haben sich laut den Experten damit gute Erfolge erzielen lassen. Noch aber müssen die neuen Therapien in die sonstigen Behandlungsstrategien bei den verschiedenen Krebserkrankungen eingepasst bzw. erprobt werden.