Schuldenfinanzierung in China legt weniger zu als erwartet

Frankfurt (APA/dpa-AFX) - Die Verschuldung chinesischer Unternehmen und Privatpersonen ist im Oktober deutlich schwächer gestiegen als erwar...

Frankfurt (APA/dpa-AFX) - Die Verschuldung chinesischer Unternehmen und Privatpersonen ist im Oktober deutlich schwächer gestiegen als erwartet. Das gesamte inländische Finanzierungsvolumen („total social financing“) habe im zurückliegenden Monat bei 476,7 Mrd. Yuan (circa knapp 70 Milliarden Euro) gelegen, teilte die chinesische Zentralbank am Donnerstag in Peking mit.

Damit brach der Wert fast auf ein Drittel des Vormonatswerts ein. Ökonomen hatten mit einem mehr als doppelt so hohen Volumen gerechnet. Im September hatte das gesamte Finanzierungsvolumen bei 1,3 Billionen Yuan gelegen.

Das aggregierte Finanzierungsvolumen wird in China seit dem Jahr 2011 erhoben. Es gibt wider, in welchem Umfang sich Unternehmen und Privatpersonen verschulden. Banken sind von der Rechnung ausgenommen. Der aktuelle Wert ist auf dem tiefsten Stand seit Juli 2014. Der Wert weist aber üblicherweise deutliche Schwankungen auf. „Das Finanzierungsvolumen schwankt stark, weil in der Größe verschiedenste Komponenten enthalten sind“, sagte Frederik Kunze, China-Experte bei der Landesbank NordLB. Unter anderem würden auch Fremdwährungskredite erfasst, deren Wert sich mit Wechselkursschwankungen am Devisenmarkt stark verändere.

Einige Beobachter sehen das gesamte Ausmaß der Schuldenfinanzierung in China kritisch. Sie weisen auf erhebliche Risiken an den chinesischen Finanzmärkten hin, die vor allem auf einen hohen Verschuldungsgrad der Unternehmen zurückzuführen seien. Bisher sind Unternehmensinsolvenzen zwar selten. Dies sei aber darauf zurückzuführen, dass eine Reihe von ungesunden Unternehmen durch künstlich billig gehaltene Kredite am Leben gehalten würden, so die Kritiker.