Siemens-Chef: Flüchtlingszustrom ist „Stresstest für Deutschland“

München (APA/dpa) - Siemens-Chef Joe Kaeser sieht Deutschland und Europa durch die Flüchtlingszuströme vor großen Herausforderungen. Diese s...

München (APA/dpa) - Siemens-Chef Joe Kaeser sieht Deutschland und Europa durch die Flüchtlingszuströme vor großen Herausforderungen. Diese seien „ein Stresstest für Deutschland und die gesamte Europäische Union, in jeder Weise“, sagte Kaeser am Donnerstag zur Bilanzvorlage des Elektrokonzerns in Berlin.

„Diese Bewegungen haben Folgen für Deutschland. Das Land verändert sich, und es liegt an uns - den Unternehmen und Unternehmern - diese Migration positiv mitzugestalten.“

Siemens und andere Unternehmen engagieren sich mit speziellen Programmen, um Flüchtlingen den Weg in Ausbildung und Arbeit in Deutschland zu ebnen. Der Elektrokonzern will dabei neben bis zu 100 Praktikumsplätzen in seinen Ausbildungszentren auch vier Förderklassen mit je 16 Plätzen einrichten. Auch leerstehende Bürogebäude zur Unterbringung von Flüchtlingen hat das Unternehmen zur Verfügung gestellt. Auf solche humanitären Themen konzentriere man sich, sagte Kaeser. Ob der Flüchtlingszustrom künftig helfe, den Fachkräftemangel zu beheben, lasse sich noch nicht beurteilen.

„Unser Land hat seit dem Zweiten Weltkrieg in unnachahmlicher Weise vom Export in alle Welt profitiert“, sagte Kaeser. „Die Globalisierung war eine geniale Erfindung, vor allem für Deutschland.“ Jetzt schlage diese Globalisierung einmal zurück und es gehe „in die andere Richtung“, so der Siemens-Chef.

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