Wiener Börse (Mittag) - ATX rutscht weiter ab, aktuell minus 1,04%

Wien (APA) - Die Wiener Börse ist heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen tiefer ins Minus gerutscht. Der ATX wurde um 12.00 Uhr ...

Wien (APA) - Die Wiener Börse ist heute, Donnerstag, zu Mittag bei moderatem Volumen tiefer ins Minus gerutscht. Der ATX wurde um 12.00 Uhr mit 2.441,01 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 25,65 Punkten bzw. 1,04 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -0,48 Prozent, FTSE/London -0,55 Prozent und CAC-40/Paris -0,78 Prozent.

Nach einem eher verhaltenen Beginn sorgten schwache europäische Industriedaten für eine weitere Abwärtsbewegung. Die Industrieproduktion im Euroraum ist im September stärker gefallen als erwartet. Wie das Statistikamt Eurostat am Donnerstag mitteilte, fiel die Herstellung um 0,3 Prozent zum Vormonat zurück. Bankvolkswirte hatten im Mittel ein Minus von 0,1 Prozent erwartet. Allerdings wurde der Rückgang im August von bisher 0,5 auf 0,4 Prozent revidiert.

Ansonsten standen die zahlreichen veröffentlichten Unternehmensergebnissen im Fokus. Gleich fünf im prime market notierte Konzerne legten ihre Geschäftsberichte für das dritte Quartal vor. Die meiste Beachtung fanden die Zahlen von Raiffeisen Bank International (RBI) und Wienerberger.

Erstere übernahmen mit plus 4,00 Prozent bei 14,81 Euro die Spitze der Kurstafel. Die RBI hat auch für das dritte Quartal 2015 einen Gewinn gemeldet, wenngleich das Konzernergebnis mit 90 Mio. Euro weniger als halb so hoch war wie im zweiten Quartal (204 Mio. Euro). Die meisten Analysten waren von einem roten dritten Quartal ausgegangen. Nun wird „aus derzeitiger Sicht für 2015 ein leicht positives Konzernergebnis“ erwartet, wie die Bank mitteilte.

Trotz der weiterhin geringen Kreditqualität sei der überraschende Gewinn positiv zu werten und die Verbesserung der Kapitalquote würde ebenfalls ermutigen, konstatierten die Analysten von Citi Research. Ähnliches war in einem ersten Kommentar der Credit Suisse zu lesen. Allerdings senkten die Experten auch ihren Ausblick für das vierte Quartal, da die verschobenen Restrukturierungskosten die Kapitalbasis schädigen könnte.

Um unteren Ende sackten dagegen Wienerberger-Papiere um 5,52 Prozent auf 15,22 Euro ab. Dem weltgrößten Ziegelhersteller macht die schwache Konjunktur zu schaffen. Der Umsatz stieg zwar heuer in den ersten drei Quartalen gegenüber der Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 2,28 Mrd. Euro, der Nettogewinn brach aber von 31,8 auf 23,3 Mio. Euro ein, wie aus der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns hervorgeht.

voestalpine notierten erneut klare 4,25 Prozent schwächer bei 29,94 Euro. Am Vortag waren die Stahltitel nach schwachen Quartalszahlen über fünf Prozent eingebrochen. Mehrere Analysten haben ihre Gewinnprognosen in Reaktion auf die Zahlen und den Ausblick des Managements gesenkt.

Weitere Geschäftsberichte kamen von der Österreichischen Post, Lenzing und Mayr-Melnhof. Alle drei Konzerne konnten ihren Umsatz und Ergebnis nach neun Monaten steigern. Lenzing hat zudem seinen Gewinn sogar fast verdoppelt, die Aktien notierten dennoch 3,18 Prozent schwächer bei 72,52 Euro. Post stiegen 1,75 Prozent auf 34,05 Euro und Mayr-Melnhof rückten 0,32 Prozent auf 108,35 Euro vor.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz nach Sitzungsbeginn bei 2.467,33 Punkten, das Tagestief lag kurz vor 11.40 Uhr bei 2.439,35 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 0,94 Prozent tiefer bei 1.239,08 Punkten. Im prime market zeigten sich sieben Titel mit höheren Kursen, 27 mit tieferen und zwei unverändert. In fünf Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.868.686 (Vortag: 1.639.038) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 103,169 (66,72) Mio. Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher voestalpine mit 424.998 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 25,69 Mio. Euro entspricht.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA285 2015-11-12/12:29