Attacken nach Filmrolle

Nach Film über Prostitution: Schauspielerin verlässt Marokko

Loubna Abidar wurde für ihr Performance in "Much Loved" unter anderem auf dem "Francophone Angouleme Film Festival" in Paris ausgezeichnet.
© APA/AFP/YOHAN BONNET

Loubna Abidar spielt in „Much Loved“ eine Prostituierte. In ihrer Heimat wurde sie dafür beschimpft und gar tätlich angegriffen.

Rabat – Eine wegen ihrer Rolle als Prostituierte in Marokko angefeindete Schauspielerin hat nach Angaben der französischen Zeitung „Le Monde“ ihre nordafrikanische Heimat verlassen. In einem am Donnerstag von dem Blatt veröffentlichten Beitrag schrieb Loubna Abidar über ihre Gründe.

Nachdem der Kinofilm „Much Loved“ des französisch-marokkanischen Filmemachers Nabil Ayouch beim internationalen Festival in Cannes gezeigt worden sei, habe in Marokko eine Hass-Kampagne begonnen, berichtete sie. Auf Facebook und Twitter sei sie als „schmutzige Hure“ beschimpft worden und habe Morddrohungen erhalten, schrieb die 30-Jährige. Um sich sicherer zu fühlen, habe sie sich voll verschleiert, wenn sie das Haus verließ. Als sie es vor gut einer Woche gewagt habe, ohne Schleier in Casablanca auf die Straße zu gehen, sei sie von drei Männern erkannt und attackiert worden. „Sie schlugen und beleidigten mich“, schrieb sie. „Ich hatte Glück, es waren ‚nur‘ betrunkene Jugendliche, die Spaß haben wollten ... andere hätten mich getötet.“ Polizisten und Ärzte hätten sie nach dem Übergriff ausgelacht.

Die marokkanische Regierung hatte im Mai verboten, dass das Drama in die Kinos kommt, weil es dem Ruf des Königreichs schade. Prostitution ist in dem islamischen Land ein Tabuthema. (APA/dpa)

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