Gericht in Tschechien lehnt Restitution von Grund an Liechtenstein ab

Prag (APA) - Ein Gericht in Prag hat die Restitution von rund 600 Hektar Land an das Fürstenhaus von Liechtenstein abgelehnt. Die Familie de...

Prag (APA) - Ein Gericht in Prag hat die Restitution von rund 600 Hektar Land an das Fürstenhaus von Liechtenstein abgelehnt. Die Familie des Fürsten von Liechtenstein Hans Adam II. habe keinen Anspruch auf Rückgabe der Besitzungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg enteignet wurden, entschied ein tschechisches Gericht in Prag, wie die Tageszeitung „Hospodarske noviny“ am Donnerstag berichtete.

Die Ländereien bei der mittelböhmischen Stadt Ricany seien 1945 auf Grundlage der Dekrete des damaligen Staatspräsidenten Edvard Benes beschlagnahmt worden, so die Begründung des Urteils. Umstritten ist die Enteignung unter anderem, weil die rund 100 Grundstücke im Grundbuch der Stiftung der Liechtensteiner Fürstenfamilie zugeordnet sind. Der frühere Fürst Franz Josef II. (1906-1989) war als Besitzer der Grundstücke eingetragen. Tschechien argumentiert, dies sei darauf zurückzuführen, dass die tschechoslowakischen Behörden die Enteignung von Grundstücken, die auf Grundlage der sogenannten Benes-Dekrete konfisziert worden waren, nicht in allen Fällen im Grundbuch vermerkt haben.

„Angesichts der Konfiszierung des Eigentums von Franz Josef II. 1945 konnte es auf dem Gebiet der (heutigen) Tschechischen Republik keinen Besitz von ihm geben, der zum Gegenstand eines Erbenverfahrens werden könnte“, argumentierte der Sprecher der Behörde für die Vertretung des Staates in Eigentumsangelegenheiten, Radek Lezatka. Die Stiftung Fürst Liechtenstein kündigte an, gegen die Entscheidung Berufung einzulegen.

Die Fürstenfamilie Liechtenstein hatte nach dem Zweiten Weltkrieg sämtliche Besitzungen auf Grundlage der Benes-Dekrete verloren mit der Begründung, das Adelsgeschlecht habe sich zuvor zur deutschen Nationalität bekannt. Die Liechtensteiner haben das stets bestritten.