MPC-Fonds - Gericht: Steirische Hypo klärte Anleger nicht genug auf

Wien (APA) - In Sachen geschlossene Fonds des deutschen Emissionshauses MPC ist erneut eine österreichische Bank wegen Falschberatung teils ...

Wien (APA) - In Sachen geschlossene Fonds des deutschen Emissionshauses MPC ist erneut eine österreichische Bank wegen Falschberatung teils verurteilt worden. Die Hypo Steiermark muss einem Anlegerehepaar die Hälfte des erlittenen Schadens ersetzen, entschied das Grazer Landesgericht für Zivilsachen. Die andere Hälfte müssen die vom VKI vertretenen Kläger wegen Mitverschuldens selbst tragen.

Das Urteil ist nicht rechtskräftig. Beide Seiten, der Verein für Konsumenteninformation (VKI) sowie die Hypo, wollen in Berufung gehen.

Der Bankberater hat die Anleger laut Gericht weder über das Totalverlustrisiko aufgeklärt noch darüber, dass die versprochenen Ausschüttungen von jährlich 6 bis 8,5 Prozent bei wirtschaftlichen Problemen des Fonds zurückgefordert werden können. Da die Anleger, beide Lehrer und nicht völlig unerfahren, die Risikohinweise auf der Rückseite der von ihnen unterschriebenen Formulare nicht beachtet, also keine Nachforschungen angestellt haben, lastete ihnen das Gericht eine Mitschuld an.

„Wir gehen davon aus, dass hinsichtlich des Mitverschuldens noch nicht das letzte Wort gesprochen ist“, so VKI-Rechtschef Peter Kolba am Donnerstag. „Wir sagen, unsere Beratung ist anleger- und anlagegerecht erfolgt“, meinte hingegen ein Banksprecher gegenüber der APA. „Wir sind gerade dabei, das Urteil zu prüfen“, möglicherweise werde man in Berufung gehen.

Kommenden Dienstag muss sich die Hypo Steiermark erneut vor Gericht, diesmal am Handelsgericht (HG) Wien, wegen MPC-Fonds verantworten. Verhandelt wird eine der zwei Sammelklagen des VKI. „Die Hypo Steiermark ist die einzige Bank in Österreich, die nicht bereit war, mit dem VKI für Konsumentinnen und Konsumenten, die sich durch die Vermittlung von MPC-Fonds geschädigt sehen, eine außergerichtliche Lösung zu finden“, so die Konsumentenschützer in einer Aussendung.

Nicht nur Banken, sondern auch MPC selbst muss sich in Österreich mit der Justiz herumschlagen. Kürzlich hat das Wiener Straflandesgericht entschieden, dass die Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft (WKStA) ihre bereits eingestellten Ermittlungen gegen Verantwortliche wieder aufnehmen muss. Die WKStA hat es laut Gericht insbesondere verabsäumt, drei deutsche MPC-Vorstände, die jahrelang bei der Österreich-Tochter CPM im Aufsichtsrat saßen, einzuvernehmen.

~ WEB http://www.konsument.at ~ APA334 2015-11-12/13:21