Flüchtlinge - Ungekürzter Betrieb bei oö. Militär trotz Dauereinsatz

Linz (APA) - Rund 290 Soldaten des Militärkommandos OÖ stehen derzeit wegen der Flüchtlingskrise im Assistenzeinsatz, an die 80 - meist Grun...

Linz (APA) - Rund 290 Soldaten des Militärkommandos OÖ stehen derzeit wegen der Flüchtlingskrise im Assistenzeinsatz, an die 80 - meist Grundwehrdiener - sind in der Betreuung tätig. Der Tagesbetrieb laufe aber ungekürzt weiter, zog Landesmilitärkommandant Kurt Raffetseder in einem Mediengespräch am Donnerstag Zwischenbilanz. Die bisher angefallenen Kosten bezifferte er mit rund 550.000 Euro.

Drei der fünf Grenzübergänge zu Bayern, an denen Flüchtlinge abgefertigt werden, sind in Oberösterreich. Das Bundesland hat sich damit zum Hot-Spot entwickelt. Am Mittwoch wurden 4.000 Zu- und 3.900 Abgänge verzeichnet, am Donnerstag lag die Prognose bei rund 3.400 Personen.

Seit zwei Monaten ist nun das Militärkommando OÖ mit an Bord. Das Heer arbeitet unter der Federführung der Landespolizeidirektion, die Zusammenarbeit laufe „friktionsfrei“, betonte Raffetseder. Seit 10. September, 7.30 Uhr, ist das Lagezentrum in der Kaserne Hörsching rund um die Uhr besetzt, dort wird u.a. das Personal koordiniert und die Planung erstellt.

Vom rund 2.000 Mann starken Kaderpersonal in OÖ sind derzeit 290 Soldaten im Assistenzeinsatz. Zudem schieben im Durchschnitt 80 Mann - in zwei Schichten von je um die 40 - Dienst in der Versorgung der Flüchtlinge in den Transit- und Notquartieren. Meist sind das Grundwehrdiener, angeleitet von Kadersoldaten. Von Anfang an wurden auch Milizangehörige eingebunden.

„Die Grundwehrdiener machen diese Aufgabe ausnahmslos gerne“, so Oberst Johann Hehenberger, stellvertretender oö. Militärkommandant. Insgesamt wären rund 300 bis 400 Grundwehrdiener in OÖ verfügbar. „Sie werden aber in der Regel für eine bestimmte Aufgabe einberufen“, erklärte Hehenberger, etwa als Koch etc. Das in der Flüchtlingskrise eingesetzte Personal sei stets „irgendwo herauszulösen“, so Raffetseder, dennoch sei vom Tagesbetrieb bisher nichts weggefallen.

Aufseiten der Polizei sind in Oberösterreich aktuell etwa 500 Beamte täglich im Flüchtlingseinsatz, zählt man die Nachtschichten dazu sind es 700.