Gerichtssplitter

Kokain im Marmeladeglas geschmuggelt: Drei Jahre Haft

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© EPA/LUÕS FORRA

Ein Leben ohne Perspektive führt eine Gruppe von in Innsbruck aufhältigen Nordafrikanern in den Abgrund. Wie Abdel. Fünfmal ist der geschätz...

Ein Leben ohne Perspektive führt eine Gruppe von in Innsbruck aufhältigen Nordafrikanern in den Abgrund. Wie Abdel. Fünfmal ist der geschätzt 20-Jährige laut Staatsanwalt Robert Mader bereits meist wegen Suchtgiftdelikten vorbestraft. Gestern saß er wegen Drogenhandels erneut in Begleitung der Justizwache am Landesgericht. Schon zwei Monate nach seiner Enthaftung im Juli 2014 hatte Abdel nämlich wiederum mit dem Schmuggel und Verkauf von beträchtlichen Drogenmengen begonnen. So wanderten laut festgenommenen Komplizen 100 Gramm Kokain direkt von der Lugner City in die Innsbrucker Innenstadt. Geschmuggelt wurde in der Bahn über das deutsche Eck, teils auch in Marmeladegläsern. Der Verkauf von zumindest einer Platte Cannabisharz konnte durch das Geständnis eines Wiederverkäufers bewiesen werden. Als der 20-Jährige bei einem Suchtgiftgeschäft im Rapoldipark von Drogenfahndern erwischt wurde, fand sich zudem direkt neben der Fluchtroute ein Brocken Cannabis mit knapp 30 Gramm. Schon wegen der Suchtgiftmenge drohten bis zehn Jahre Haft. Der Schöffensenat verhängte rechtskräftig drei Jahre Gefängnis: „Bei so eindeutiger Beweislage wäre es oft besser, die Hosen herunterzulassen. Die Zeugen haben sich durch die Angaben ja auch selbst massiv belastet!“

Im Jänner löste sich bei einem Streifengang der Wache in der Tiefgarage der Innsbrucker Konradkaserne ein Schuss. Der Wachkommandant brach darauf zusammen: Die Kugel aus dem Sturmgewehr seines Kameraden hatte ihn am Bein getroffen. Der damals 18-Jährige hatte das Gewehr erst vorschriftswidrig geladen und dann auf Geheiß des Wachkommandanten (beide fürchteten den Offizier vom Dienst) in der Garage ohne geeignete Entladestation entladen. Dabei hatte der 18-Jährige aber übersehen, dass sich noch eine Kugel im Gewehr befand. Für den Bezirksanwalt gestern am Innsbrucker Bezirksgericht eine „Kette von gefährlichen Umständen“. Für Richter Wolfgang Pesl bedeutet diese Art von Entladevorgang zumindest „ein schweres Verschulden“. Für fahrlässige (leichte) Körperverletzung ergingen 630 Euro Geldstrafe. Dazu wurden dem bereits Vorbestraften 105 Euro einst bedingt ausgesprochene Geldstrafe widerrufen. (fell)

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