OPEC: Welt-Ölnachfrage wächst 2016 nur schwach

Wien (APA) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) rechnet weiter nur mit einer schwach wachsenden Welt-Ölnachfrage im kommend...

Wien (APA) - Die Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) rechnet weiter nur mit einer schwach wachsenden Welt-Ölnachfrage im kommenden Jahr. Für 2016 wird im neuen Monatsbericht von November ein Anstieg um 1,35 Prozent oder 1,5 Mio. Barrel pro Tag auf im Schnitt 94,11 Mio. Fass täglich erwartet. Damit ließ die OPEC ihre Erwartung gegenüber vorigem Monat unverändert.

Neu ist, dass die OPEC ihre BIP-Prognose für die USA für 2015 und 2016 sowie für Russland für kommendes Jahr leicht gesenkt hat, der Rest blieb unverändert, auch für China und OECD. Zuletzt kamen die Atlantik-Produktmärkte durch ein Überangebot unter Druck - ebenso die Raffineriemargen wegen der hohen Lagerbestände und Erwartungen eines milden Winters, ungeachtet der Spitzen-Wartungszeit im Oktober mit über 8 Mio. Barrel/Tag Kapazität. Die Spot-Frachtraten im Tanker-Bereich stiegen im Schnitt 19 Prozent gegenüber dem Vormonat.

Auch auf die evidente Überversorgung an Öl, die die Preise nach unten zieht, verweist die OPEC. In den ersten neun Monaten wuchs die Welt-Ölnachfrage im Schnitt um 1,6 Mio. Barrel pro Tag - das globale Angebot aber um 2,5 Mio. Fass täglich, in etwa je zur Hälfte durch Nicht-OPEC- und OPEC-Länder, zählt man auch die OPEC-Mengen an verflüssigtem Gas mit.

Für die Nicht-OPEC-Mitglieder geht die OPEC-Organisation mit Sitz in Wien für 2016 weiter von einem Angebotsrückgang um 0,13 Mio. auf 57,11 Mio. Fass/Tag aus. Das US-Angebot dürfte 2016 im Schnitt bei 13,54 Mio. Barrel täglich liegen. Nach laufenden Zuwächsen von 2012 bis 2015 - auf heuer 13,6 Mio. Fass/Tag - steht in den USA kommendes Jahr erstmals seit längerem ein leichter Rückgang an.

Mehr als ein Neuntel des Welt-Ölverbrauchs dürfte 2016 auf China mit 11,14 Mio. Barrel täglich (mb/d) entfallen, schätzt die OPEC. Das wären 2,8 Prozent mehr als 2015. Im OECD-Raum sieht das Ölkartell den Verbrauch um 0,3 Prozent oder 0,15 mb/d auf im Schnitt 46,32 mb/d wachsen, dabei in Europa aber bei 13,56 mb/d stagnieren - auch diese Prognosen ließ die OPEC durchwegs unverändert.

Im Oktober sank die Welt-Ölnachfrage nach vorläufigen Daten gegenüber September geringfügig um 0,09 mb/d auf im Schnitt 94,13 mb/d, so der OPEC-Monatsbericht. Die Mitglieder der Ölkartells selbst dürften im Oktober laut Sekundärquellen mit im Schnitt 31,38 Mio. Fass täglich etwas weniger gefördert haben, nach 31,64 mb/d im Monat davor.

Die führende Fördernation Saudi Arabien brachte es demnach auf 10,13 mb/d, gefolgt von den OPEC-Mitgliedern Irak mit 4,01 mb/d, VAE (Vereinigte Arabische Emirate) mit 2,88 mb/d, Iran mit 2,87 mb/d, Kuwait mit 2,69 mb/d und Venezuela mit 2,36 mb/d. In Libyen wuchs die Produktion auf 426.000 Fass/Tag, nach 373.000 Barrel täglich im Monat davor.