Glyphosat: Kritik von Umwelt- und Verbraucherschützern

Parma/Wien/Berlin (APA) - Wenig überraschend stieß am Donnerstag die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizie...

Parma/Wien/Berlin (APA) - Wenig überraschend stieß am Donnerstag die von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) publizierte Risikobewertung für das Herbizid Glyphosat auf Kritik bei Umwelt- und Konsumentenschutzorganisationen. So war zum Beispiel von einem „Weißwaschen“ der Substanz die Rede.

„Das Papier verlässt sich stark auf nicht publizierte Studien, die von den Glyphosat-Erzeugern in Auftrag gegeben worden sind und missachtet Hinweise aus Peer-Reviewed-Studien, wonach Glyphosat Krebs erregend ist“, stellte die Umweltschutzorganisation Greenpeace in einer Aussendung fest.

Dazu sagte Franziska Achterberg, verantwortlich für Lebensmittelsicherheitsfragen in der EU bei Greenpeace: „Die Feststellung der EFSA, dass Glyphosat sicher sei, stellt deren wissenschaftliche Unabhängigkeit infrage.“

Der Sprecher der „foodwatch“ (Berlin), Martin Rücker, wurde in einer Aussendung der Organisation so zitiert: „‘Wahrscheinlich nicht‘ krebserregend - vielleicht aber doch? Auch nach der Einschätzung der EFSA steht die gegenteilige Bewertung der WHO-Krebsforscher weiter im Raum. Wenn die Wissenschaft keine eindeutigen Antworten liefert, muss politisch entschieden werden - und solange die Hinweise auf potenzielle Krebsrisiken nicht widerlegt sind, ist nur eine Entscheidung denkbar: Die Europäische Kommission muss dem Vorsorgeprinzip Rechnung tragen und Glyphosat die Zulassung entziehen. Für eine Neuzulassung fehlt die Grundlage.“

Einen Hintergrund für die Kontroversen stellt der Umstand dar, dass in der EU für Glyphosat seit 2012 eine Zulassung besteht. Sie läuft Mitte kommenden Jahres aus. Alle diese Substanzen sind Gegenstand regelmäßiger erneuter Risikobewertungen.