Katzian: Digitalen Wandel nicht den Märkten überlassen

Wien (APA) - Der digitale Wandel dürfe nicht den Märkten alleine überlassen werden und auf dem Rücken der Arbeitnehmer vonstattengehen. Das ...

Wien (APA) - Der digitale Wandel dürfe nicht den Märkten alleine überlassen werden und auf dem Rücken der Arbeitnehmer vonstattengehen. Das sagte Wolfgang Katzian, Vorsitzender der Gewerkschaft der Privatangestellten (GPA-djp), bei seiner Rede zum Abschluss des GPA-Bundesforums. Er sprach sich zudem gegen Hetze und Zäune in der Flüchtlingskrise aus.

„Nach all den Jahren, in denen wir bereits mit den Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise kämpfen, würde schon eine gehörige Portion Ignoranz dazugehören, wenn man es dem Markt alleine zutraut, dass er den digitalen Wandel fair und sozial gestaltet“, warnte Katzian.

Um eine faire Chancenverteilung zu gewährleisten, müssten die Zugewinne, die durch den digitalen Umbruch möglich werden, so verteilt werden, dass sie für eine bessere, gerechtere und lebenswerte Gesellschaft eingesetzt werden, anstatt Macht und Geld noch stärker in den Händen Weniger zu konzentrieren.

Konkret forderte Katzian eine Qualifizierungsoffensive, eine gerechtere Verteilung der reduzierten Menge an Arbeit sowie die Erschließung neuer Beschäftigung insbesondere in Bereichen, wo großer gesellschaftlicher Bedarf vorhanden ist, wie Pflege, Bildung, Gesundheit und Integration. Die immensen Produktivitäts- und Wohlstandszuwächse müssen für die Finanzierung der Systeme der sozialen Sicherheit verwendet werden.

Katzian ging auch auf das aktuelle Flüchtlingsthema ein und wandte sich gegen das Schüren von negativen Emotionen gegenüber Menschen in Not. „Wenn Zäune die Antwort in Europa sind, dann ist das aus meiner Sicht das Ende der EU und des europäischen Friedensprojekts.“ Er forderte die Delegierten auf, gegen „die Hetzer“ auftreten. „Lasst uns dies auch dann tun, wenn es unangenehm ist und wir nicht auf Zustimmung stoßen.“