Skeleton

Nach Sinnkrise lebt für Tiroler Skeleton-Duo WM-Traum wieder

Matthias Guggenberger und Janine Flock können die Heim-WM kaum erwarten.
© Julia Hammerle

Die Tiroler Skeleton-Asse Janine Flock und Matthias Guggenberger erleben gemeinsam Höhen und Tiefen. Der große Traum ist eine Medaille bei der Heim-Weltmeisterschaft im kommenden Februar in Igls.

Von Günter Almberger

Innsbruck –Janine Flock und Matthias Guggenberger strahlen mit der Sonne um die Wette. Es läuft rund für Österreichs Skeleton-Aushängeschilder bei der internationalen Trainingswoche im Igler Eiskanal. Nach zwei Fahrten geht es zur Video-Analyse. Für die Heim-WM, die in knapp drei Monaten eröffnet wird, soll die perfekte Linie gefunden werden.

Dabei war der Traum von den Titelkämpfen vor der Haustüre für die beiden Skeleton-Asse schon so gut wie geplatzt. Nach verbandsinternen Querelen, die im Rücktritt von Präsidentin Astrid Stadler gipfelten, wollten sowohl Flock als auch Guggenberger ihre Karriere auf Eis legen. „Die Angelegenheit war extrem belastend. Für mich ist eine Welt zusammengebrochen. Ich habe so viel in meine Karriere investiert, plötzlich war mein Background nicht mehr da. Anfangs habe ich den Gedanken gefasst, alles hinzuschmeißen“, erzählt die Rumerin. Heute ist die Heeressportlerin froh, dass sie sich nicht zur „Kurzschlusshandlung“ hinreißen ließ.

Schwere Verletzung im Sommer

Nach den turbulenten Wochen im Frühjahr folgte ein ereignisreicher Sommer für das Skeleton-Duo, das auch privat den gemeinsamen Lebensweg beschreitet. Erst erfolgte der Rückzug von Langzeitcoach Martin Rettl, dann stoppte ein Trainingsunfall am 14. August die Saisonvorbereitung der 26-Jährigen. „Es geschah auf der Startbahn. Nachdem der Schlitten aus der Spur geriet, musste ich einen Bremsschritt einlegen. Dabei sprang mir die Kniescheibe raus und rutschte mir in die Kniekehle“, schildert Flock den Zwischenfall. Noch auf der Startbahn liegend, renkte sie sich unter Schock nach zwei Versuchen die Kniescheibe selbst ein. „Glücklicherweise bin ich ohne Bänderverletzungen davongekommen. Lediglich die Schwellung sorgte für Probleme“, blickt die Olympia-Neunte von Sotschi auf das Missgeschick zurück. Fast zwei Monate lang konnte sie lediglich Oberkörper und Rumpf trainieren.

Während Flock inzwischen im Knie wieder stabil ist und den Trainingsrückstand so gut wie aufgeholt hat, erwischte es vergangene Woche ihren Lebensgefährten bei einem Start im deutschen Winterberg. „Guggi“ zog sich einen Haarriss und ein Knochenmarködem im linken Sprunggelenk zu.

Nach ihrer Knieverletzung greift Flock wieder an.
© Julia Hammerle

„Ich habe schon das Schlimmste befürchtet und Angst gehabt, dass die Achillessehne gerissen ist. Gott sei Dank blieb ich davon verschont“, zeigt sich der Routinier, der in den vergangenen Jahren immer wieder von Verletzungen zurückgeworfen wurde, erleichtert. Ein Start beim Weltcup-Auftakt in zwei Wochen in Altenberg könnte für den 31-Jährigen noch zu früh kommen. Ein paar Prozent fehlen bei den Sprints am Start.

Alles Neu bei Guggenberger

Für die amtierende Gesamtweltcup-Siegerin Flock hingegen kann das erste Rennen nicht schnell genug kommen. „Ich bin nicht die Person, die lange tüfteln will. Mein Setup passt. Auch wenn Matthias an meinem Schlitten gebastelt hat, vertraue ich weiter auf mein altes Material. Das Risiko, vor der Heim-Weltmeisterschaft umzusteigen, war mir zu groß“, betont Österreichs erste Weltcup-Triumphatorin. Mit Neo-Coach Michael Grünberger wird lediglich noch an der Feinjustierung gearbeitet. „Die Umstellung von Rettl auf Grünberger ist überraschend gut verlaufen. Durch seine internationalen Tätigkeiten habe ich viel Neues lernen können. Ich bin immer mit offenen Ohren und Augen dabei.“

Guggenberger kehrte hingegen „zurück zu den Wurzeln“. Er stellte Fahrstil und System um und baut sogar auf einen komplett neuen Schlitten. „Ich hoffe, dass ich damit den erhofften Schritt nach vorne machen kann.“

Mit den neu gesetzten Reizen soll das große Ziel WM-Medaille verwirklicht werden. „EM-Gold und -Silber sowie den Gesamtweltcup konnte ich schon gewinnen. Bei Großereignissen kommt es immer auf sehr viele Faktoren an, die man nicht steuern kann. Aber WM-Edelmetall vor heimischem Publikum zu erobern, ist mein absoluter Traum“, verrät Flock.

Damit könnte das rot-weiß-rote Skeleton-Traumpaar im Februar nicht nur mit der Sonne, sondern auch mit einer WM-Medaille in Igls um die Wette strahlen.

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