Kitzbühel

Der Strom fließt nun aus der eigenen Quelle

© Angerer Harald

Gestern wurde mit „Kohlstatt“ das zweite eigene Kraftwerk der Stadtwerke Kitzbühel offiziell in Betrieb genommen.

Von Harald Angerer

Kitzbühel –Es war eine schwere Geburt, doch nun freut sich Gerhard Eilenberger über sein neues Baby. Der Stadtwerke-Kitzbühel-Direktor konnte gestern Vormittag das neue Wasserkraftwerk „Kohlstatt“ offiziell in Betrieb nehmen. Seitdem fließt der Strom aus heimischer Wasserkraft in den Kitzbüheler Leitungen.

„Unser Ziel war es, die Eigenversorgung deutlich zu steigern. Wir konnten den Anteil mit dem neuen Kraftwerk um 16 Prozent erhöhen“, sagt Gerhard Eilenberger, Direktor der Stadtwerke Kitzbühel. „Kohlstatt“ ist aber nicht das erste Kraftwerk des heimischen Stromanbieters der zu 100 Prozent der Stadt Kitzbühel gehört, bereits drei weitere Anlagen laufen im Stadtgebiet. Auch im Unterlauf des Ehrenbaches ist eine Anlage installiert – bereits seit 113 Jahren wird dort Strom erzeugt.

Schon im Jahr 2006 haben die Stadtwerke damit begonnen, dieses neue Kraftwerk zu planen, doch bis zur Umsetzung dauerte es einige Jahre, erst im Juli 2013 konnte mit den Bauarbeiten begonnen werden. Vorher kämpfte Eilenberger mit den Genehmigungsverfahren. Das Projekt wurde in drei Bauphasen durchgeführt. Zuerst wurde der Wasserspeicher direkt unter der Skipiste errichtet, dann folgte die Druckleitung mit einer Länge von 1300 Metern und 180 Höhenmetern und zuletzt wurde das Krafthaus mit einer 500-Kilowatt-Turbine fertig gestellt. Die Anlage erzeugt etwa eine Million Kilowattstunden Strom, damit können etwa 350 Kitzbüheler Haushalte versorgt werden. Insgesamt produzieren die Stadtwerke Kitzbühel jährlich sieben Millionen Kilowattstunden Strom, das entspricht knapp einem Zehntel des Bedarfs der Stadt. Das Investitionsvolumen für das Kraftwerk liegt bei 3,3 Millionen Euro, wobei 735.000 Euro als Förderung abgezogen werden können. „Wir haben das Kraftwerk ganz ohne Fremdmittel finanziert“, erklärt Eilenberger stolz.

Für Kitzbühels Bürgermeister Klaus Winkler ist das Kraftwerk zwar unscheinbar, aber mit großer Auswirkung für die Stadt, wie er gestern bei der offiziellen Inbetriebnahme sagte.

Im Zuge der Arbeiten zum Kraftwerk wurde auch die Wildbachverbauung des Ehrenbachgrabens erneuert, da die Druckleitungen und die Sperren gemeinsam gebaut werden mussten.

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