Amnesty kritisiert tagelange Ausgangssperre in Südost-Türkei

Istanbul (APA/dpa) - Amnesty International hat eine seit zehn Tagen andauernde Ausgangssperre über Teile der kurdisch dominierten südosttürk...

Istanbul (APA/dpa) - Amnesty International hat eine seit zehn Tagen andauernde Ausgangssperre über Teile der kurdisch dominierten südosttürkischen Stadt Silvan kritisiert. Eine durchgehende Ausgangssperre über so lange Zeit „bestraft die gesamte Bevölkerung dort“, sagte der Türkei-Experte der Menschenrechtsorganisation, Andrew Gardner, kurz vor dem G-20-Gipfel in der Türkei.

Der von der islamisch-konservativen AKP-Regierung bestimmte Landrat von Silvan, Murat Kütük, begründete die Ausgangssperre am Donnerstag mit „Terrorakten“ der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK).

Gardner sagte, das Grundrecht der Anwohner auf Zugang zu Wasser und Lebensmitteln sei bedroht. Die Ausgangssperre wurde am Dienstag vergangener Woche über drei Bezirke der Stadt verhängt, in der gut 85.000 Menschen leben. Es ist die sechste Ausgangssperre dort seit vergangenem Juli, als der Konflikt mit der PKK wieder offen ausbrach.

Kütük warf der PKK vor, Sicherheitskräfte mit Raketen, Mörsern und Sprengfallen angegriffen zu haben. In den vergangenen zehn Tagen seien fünf Angehörige der Sicherheitskräfte und ein Zivilist getötet worden. Die PKK-nahe Agentur Firat sprach von sieben getöteten Zivilisten. Innenminister Selami Altinok kündigte Medienberichten zufolge an, die Operationen in Silvan würden fortgeführt, bis die „Mitglieder der Terrororganisation“ von dort vertrieben seien.

~ WEB http://www.amnesty.org/ ~ APA467 2015-11-12/15:46