Wien

Bluttat beim AMS-Kurs: Zwölf Jahre Haft für 17-Jährigen

(Symbolfoto)
© TT/Thomas Böhm

Das Schwurgericht wertete die „heimtückische Begehungsweise“ besonders erschwerend.

Wien – Ein 17-jähriger Bursch, der am 10. März 2015 nach einem AMS-Kurs in Wien-Liesing einen 31 Jahre alten Familienvater erstochen hat, ist am Donnerstag im Straflandesgericht einstimmig wegen Mordes schuldig erkannt und zu zwölf Jahren Haft verurteilt worden. Die vom Jugendlichen behauptete Notwehr-Situation wurde von den Geschworenen einhellig verworfen. Das Urteil ist bereits rechtskräftig.

Bei der Strafbemessung wertete das Schwurgericht die „heimtückische Begehungsweise“ und den „hohen Erfolgsunwert der Tat“ besonders erschwerend. „Wir sind davon ausgegangen, dass er dem Opfer aufgelauert und einen völlig überraschenden Angriff gesetzt hat“, erläuterte Richter Norbert Gerstberger in der Urteilsbegründung. Besonders tragisch sei außerdem, dass das Opfer - ebenso wie der Täter ein gebürtiger Afghane - vor religiösem Fundamentalismus geflüchtet sei „und dann von religiösem Fundamentalismus eingeholt worden ist“. Bei einem Strafrahmen von bis zu 15 Jahren erscheine die verhängte Strafe angemessen, „weil wir nicht tolerieren, dass man aus religiösem Wahn eine Bluttat begeht. Das ist unakzeptabel in unserer Gesellschaft“, bemerkte Gerstberger. (APA)

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