Fußball: ÖFB-Team in gezielter Vorbereitung auf Gegner Schweiz

Orihuela (APA) - Das österreichische Fußball-Nationalteam hat Mitte der Woche die Vorbereitungen auf den letzten Länderspielgegner des Jahre...

Orihuela (APA) - Das österreichische Fußball-Nationalteam hat Mitte der Woche die Vorbereitungen auf den letzten Länderspielgegner des Jahres intensiviert. Auch eine Startformation für die Partie kommenden Dienstag (20.45 Uhr/live ORF eins) in Wien gegen die Schweiz zeichnet sich im Trainingslager in Orihuela bei Alicante langsam ab.

Mit Torhüter Robert Almer, Spielmacher Zlatko Junuzovic und Flügelspieler Martin Harnik fallen drei Stammkräfte verletzungsbedingt aus. Im Tor hat sich Teamchef Marcel Koller bereits auf Ingolstadt-Keeper Ramazan Özcan festgelegt. Anstelle von Junuzovic und Harnik trainierten bisher Leipzig-Legionär Marcel Sabitzer und Jakob Jantscher mit der Einserformation.

„Es ist schon eine Zeit lang her, dass ich im Team von Anfang an gespielt habe. Gegen die Schweiz wäre es sicher noch ein bisschen spezieller“, erklärte Jantscher, der sein Geld seit dem Vorjahr beim FC Luzern verdient. Dort hat er sich mit einer starken Saison für drei Kurzeinsätze im EM-Quali-Herbst empfohlen. „Es wäre eine schöne Aufgabe, dem Trainer zu beweisen, was ich über einen längeren Zeitraum kann.“

In der Startformation hatte ihn Koller zuletzt vor drei Jahren aufgeboten - am 14. November 2012 in Linz gegen die Elfenbeinküste (0:3). Dazwischen war Jantscher nach schwierigen Phasen bei Dinamo Moskau und NEC Nijmegen lange Zeit gar nicht berücksichtigt. „Ich habe immer an meine Fähigkeiten geglaubt und mich im letzten Jahr zurückgekämpft“, sagte der 26-Jährige. Die Entscheidung, im Sommer trotz einiger Alternativen in Luzern zu bleiben, habe ihm gutgetan. „Ein bisschen Kontinuität reinzubringen war sicher nicht schlecht.“

Gegen die Schweiz will er sich auch für die EM in Frankreich empfehlen. Stärken und Schwächen des Gegners sind dem ÖFB-Team mittlerweile bekannt. Eine Videoanalyse gab es im Teamcamp in Spanien bereits. Die Schweizer sind seit Mittwochabend in Wien, bestreiten am Freitag in Trnava aber noch einen weiteren Test gegen die Slowakei.

Als Elfte liegen die Eidgenossen in der FIFA-Weltrangliste unmittelbar hinter den zehntplatzierten Österreichern. „Von der Qualität sind wir auf Augenhöhe. Ein bisschen ein Pluspunkt ist bei uns vielleicht das Kollektiv“, meinte Jantscher. „Bei der Schweiz kommen die Spieler aus verschiedenen Teilen des Landes, da gibt es auch sprachliche Unterschiede.“

Ob einer der vier Neulinge Andreas Lukse, Robert Gucher, Florian Kainz und Karim Onisiwo die Chance auf sein Debüt im ÖFB-Team erhalten wird, war vorerst nicht abzusehen. Alle vier sind durch Verletzungen ins Aufgebot gerückt. „Ich kann meine Position gut einschätzen“, versicherte Rapid-Flügelspieler Kainz. „Die Qualität in der Mannschaft ist enorm. Es ist schwer, da drinnenzubleiben.“

Ziel des 23-Jährigen ist es, sich auch für den 23-köpfigen EM-Kader zu qualifizieren. „Ich versuche, mich aufzudrängen. Der erste Eindruck sollte gut sein“, meinte Kainz, einer von vier Kickern aus der heimischen Bundesliga im ÖFB-Kader. Neben Torhüter Lukse (Altach) und Nachrücker Onisiwo (Mattersburg) ist sonst nur Martin Hinteregger in Österreich tätig. Anstelle des Salzburg-Verteidigers dürfte gegen die Schweiz aber Sebastian Prödl (Watford) beginnen. Die Startformation wäre damit eine reine Legionärsauswahl.