Osttirol

Osttiroler Lehrlinge bauten transportables Gipfelkreuz

© Funder

Flexibel und weithin sichtbar ist das Ergebnis einer Projektarbeit der Berufsschule Lienz. Das „Kreuz to go“ leuchtete bereits vom Schleinitzgipfel.

Von Claudia Funder

Lienz –Eines ist sicher: Sie wollten buchstäblich hoch hinaus. Drei frischgebackene Fachkräfte der Metalltechnik, die gestern ihre Abschlusszeugnisse an der Tiroler Fachberufsschule Lienz abholten, präsentierten im Rahmen der Feier voll Stolz ihre Projektarbeit: ein Gipfelkreuz.

Die Konstruktion ist keine beliebige, ganz im Gegenteil. Das riesige Alu-Gebilde ist temporär installierbar, lässt sich im Leitersystem zusammenschieben, hat steckbare Verbindungen und ist dank LED-Technik in bis zu 15 Kilometer Entfernung sichtbar.

Der Auftrag wurde dem jungen Trio – Bianca Berger aus Prägraten, Daniel Waldner aus Oberlienz und Tobias Mattersberger aus Matrei – von der Freiwilligen Feuerwehr Oberdrum erteilt. Diese hatte schon längere Zeit den Wunsch gehegt, das im Jahr 1950 errichtete Kriegsheimkehrerkreuz auf der Schleinitz – mit 2905 Metern der höchste Berg im Lienzer Talboden – zu beleuchten. Und die Florianijünger waren mit der Bitte um Realisierung der Idee an die Lehrlinge herangetreten.

Das Schulprojektteam nahm die Herausforderung bereits in der 3. Klasse mit viel Elan in Angriff. Es tüftelte, plante und konstruierte, bis das Vorhaben mit hoher Qualität ausgeführt war.

5000 Euro verschlang allein das Material, die Kosten wurden von der Freiwilligen Feuerwehr Oberdrum gestemmt. „Zur Realisierung des Projekts brauchten wir rund 300 Arbeitsstunden, 200 Stunden davon verbrachten wir in der Werkstatt“, erinnert sich der 19-jährige Daniel Waldner im Gespräch mit der TT.

Das beachtliche Ergebnis: ein 15 Meter hohes und zehn Meter breites, beleuchtbares Kreuz aus leichtem Alu.

Der 24. Juli wurde dann zum unvergesslichen Tag für die drei Lehrlinge. Das Kreuz wurde auf die Schleinitz getragen. 25 Leute gingen zweieinhalb Stunden hinauf zum Gipfel, wo die Konstruktion dann in Gemeinschaftsarbeit direkt vor dem alten, sieben Meter hohen Lärchenholzkreuz aufgestellt wurde. Auch eine Gedenktafel war auf der Schleinitz aufgestellt worden, deren Inschrift an die glückliche Heimkehr von Männern aus dem Zweiten Weltkrieg erinnert, die das Holzkreuz im Juli 1950 errichtet hatten.

Mittels LED-Technik des Alu-Konstruktes wurde der Schleinitzgipfel des Nachts zum Leuchten gebracht, das Licht war im gesamten Lienzer Talboden zu sehen.

Gestern strahlte aber vor allem das junge Trio: Ihr transportables Kreuz war der Blickfang vor der Berufsschule.

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Catharina Oblasser

Catharina Oblasser

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