US-Botschafter in Berlin gelassen zu Berichten über BND-Spähaktionen

Berlin/Washington (APA/AFP) - Der US-Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, hat gelassen auf Berichte reagiert, wonach der deutsche Au...

Berlin/Washington (APA/AFP) - Der US-Botschafter in Deutschland, John B. Emerson, hat gelassen auf Berichte reagiert, wonach der deutsche Auslandsgeheimdienst BND auch US-Institutionen belauscht haben soll. „Lasst uns nicht danach schauen, was in der Vergangenheit passiert ist. Schauen wir auf die Gefahren, die wir abwehren müssen“, sagte Emerson dem „Münchner Merkur“ (Freitag-Ausgabe).

Er verwies dabei auf wachsende Gefahren durch Cyber-Attacken sowie durch den internationalen Terrorismus. Auf die Frage, ob sich die USA bei der deutschen Regierung beschweren würden, sagte Emerson: „Ich würde sicherlich keinen Botschafter einbestellen.“ Er spielte damit auf frühere deutsche Proteste gegen US-Abhöraktionen gegen Deutsche an.

Das RBB-Inforadio hatte am Mittwoch berichtet, der deutsche Bundesnachrichtendienst (BND) habe auch die US-Bundespolizei FBI und US-Firmen wie den Rüstungshersteller Lockheed abgehört, außerdem unter anderem den französischen Außenminister Laurent Fabius und verschiedene UNO-Einrichtungen. Der französische Präsident Francois Hollande forderte inzwischen Aufklärung von der deutschen Regierung.