Bundesbank-Chef für Hinterlegung von Staatsanleihen in Bankbilanzen

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat in der Diskussion um neue Vorschriften für das Banken-E...

Frankfurt (APA/Reuters) - Der Präsident der deutschen Bundesbank, Jens Weidmann, hat in der Diskussion um neue Vorschriften für das Banken-Engagement in Staatsanleihen den Finanzwächtern der EZB den Rücken gestärkt. Staatsanleihen in Bank-Bilanzen müssten mit Kapital hinterlegt werden, sagte Weidmann am Donnerstag laut Redetext in Paris.

„Aber vielleicht ist es noch wichtiger, Engagements der Banken in einen einzelnen Staat zu begrenzen.“ Geldhäuser seien häufig zu stark in Schuldtitel ihres eigenen Landes investiert. „Nur die Gewichtung als risikofrei zu beenden, reicht nicht aus.“

Bisher müssen Banken für Staatsanleihen kein Kapital hinterlegen, da sie als risikofrei gelten. Auch gibt es keine Obergrenzen, wie viel Kredit ein Geldhaus einem einzelnen Land gewähren darf. Wegen der Erfahrungen aus der Euro-Schuldenkrise wird dies nun kritisch hinterfragt, da Staaten wie Griechenland von ihren EU-Partnern nur mit Milliarden vor dem Finanzkollaps gerettet werden konnten.

Die oberste Bankenaufseherin der Europäischen Zentralbank (EZB), Daniele Nouy, hatte sich vor einigen Monaten dafür stark gemacht, für Institute das Engagement in pro Staat vergebene Schulden auf 25 Prozent des Eigenkapitals zu beschränken. Dieser Vorschlag ist allerdings umstritten. EZB-Vize Vitor Constancio hat sich gegen solche Obergrenzen ausgesprochen.

~ WEB http://www.bundesbank.de

http://www.ecb.int ~ APA540 2015-11-12/17:51