Wiener Börse

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Donnerstag tiefrot geschlossen. Der ATX fiel 75,12 Punkte oder 3,05 Prozent auf 2.391,54 Einheiten. Zum...

Wien (APA) - Die Wiener Börse hat am Donnerstag tiefrot geschlossen. Der ATX fiel 75,12 Punkte oder 3,05 Prozent auf 2.391,54 Einheiten. Zum Vergleich die wichtigsten Börsenindizes um 17.30 Uhr: Dow Jones/New York -0,89 Prozent, DAX/Frankfurt -0,90 Prozent, FTSE/London -1,69 Prozent und CAC-40/Paris -1,76 Prozent.

Über den gesamten Handelstag verzeichnete der ATX einen konstanten Abwärtstrend. Belastungsfaktor war neben schwachen Daten zur Industrieproduktion im Euroraum die Rede von EZB-Präsident Mario Draghi. Der oberste Banker der Eurozone hatte gesagt, dass Risiken für das Wirtschaftswachstum, vor allem seitens der Weltwirtschaft, „klar zu erkennen“ seien. Zudem gab er zwar weitere Hinweise auf eine möglicherweise bevorstehende Lockerung der Geldpolitik. Doch dies reichte den Anlegern offenbar nicht: Die Händler wollten nun Taten sehen, schrieb ein Marktanalyst.

Am Nachmittag sprach auch US-Notenbankchefin Janet Yellen in Washington. Hinweise auf die künftige Geldpolitik der Fed blieben allerdings aus.

Ansonsten standen in Wien zahlreiche veröffentlichte Unternehmensergebnisse im Fokus. Gleich fünf im prime market notierte Konzerne legten ihre Geschäftsberichte für das dritte Quartal vor. Die meiste Beachtung fanden die Zahlen von Raiffeisen Bank International (RBI) und Wienerberger.

Erstere verzeichneten bis am Nachmittag noch klare Gewinne, rutschten im Späthandel aber doch noch ins Minus. Die Aktien schlossen 1,62 Prozent schwächer bei 14,01 Euro. Die RBI hat auch für das dritte Quartal 2015 einen Gewinn gemeldet, wenngleich das Konzernergebnis mit 90 Mio. Euro weniger als halb so hoch war wie im zweiten Quartal (204 Mio. Euro). Die meisten Analysten waren von einem roten dritten Quartal ausgegangen. Nun wird „aus derzeitiger Sicht für 2015 ein leicht positives Konzernergebnis“ erwartet, wie die Bank mitteilte.

Trotz der weiterhin geringen Kreditqualität sei der überraschende Gewinn positiv zu werten und die Verbesserung der Kapitalquote würde ebenfalls ermutigen, konstatierten die Analysten von Citi Research. Ähnliches war in einem ersten Kommentar der Credit Suisse zu lesen. Allerdings senkten die Experten auch ihren Ausblick für das vierte Quartal, da die verschobenen Restrukturierungskosten die Kapitalbasis schädigen könnte.

Um unteren Ende sackten dagegen Wienerberger-Papiere um 11,86 Prozent auf 14,20 Euro ab. Dem weltgrößten Ziegelhersteller macht die schwache Konjunktur zu schaffen. Der Umsatz stieg zwar heuer in den ersten drei Quartalen gegenüber der Vorjahresperiode um 6 Prozent auf 2,28 Mrd. Euro, der Nettogewinn brach aber von 31,8 auf 23,3 Mio. Euro ein, wie aus der aktuellen Gewinn- und Verlustrechnung des Konzerns hervorgeht.

voestalpine notierten erneut klare 6,28 Prozent schwächer bei 29,31 Euro. Am Vortag waren die Stahltitel nach schwachen Quartalszahlen über fünf Prozent eingebrochen. Mehrere Analysten haben ihre Gewinnprognosen in Reaktion auf die Zahlen und den Ausblick des Managements gesenkt.

Weitere Geschäftsberichte kamen von der Österreichischen Post, Lenzing und Mayr-Melnhof. Alle drei Konzerne konnten ihren Umsatz und Ergebnis nach neun Monaten steigern. Lenzing hat zudem seinen Gewinn sogar fast verdoppelt, die Aktien notierten dennoch 3,55 Prozent tiefer bei 72,24 Euro. Post stiegen 0,91 Prozent auf 33,77 Euro und Mayr-Melnhof schlossen unverändert bei 108,00 Euro.

~ ISIN AT0000999982 ~ APA545 2015-11-12/17:58