Gedenktafel für 1938 vertriebene Tschechen und Juden in Prag enthüllt

Prag (APA) - Auf dem Prager Masaryk-Bahnhof ist am Donnerstag eine Gedenktafel enthüllt worden, die an die Tschechen, Juden und deutsche Ant...

Prag (APA) - Auf dem Prager Masaryk-Bahnhof ist am Donnerstag eine Gedenktafel enthüllt worden, die an die Tschechen, Juden und deutsche Antifaschisten erinnert, die 1938 aus den tschechoslowakischen Grenzgebieten vertrieben wurden. Der Chef des Senats, Milan Stech, hat an der Zeremonie teilgenommen.

Laut tschechischen Geschichtsbüchern wurden 1938 bis zu 370.000 Menschen aus den Grenzgebieten vertrieben, die die damalige Tschechoslowakei nach dem Münchener Abkommen an Hitler-Deutschland abtreten musste. „Während an das Schicksal der deutschsprachigen Einwohner, die nach dem Krieg aus verschiedenen Gründen nach Deutschland gingen, in den letzten Jahren oft in den Medien erinnert wurde, sind die Geschichten der 1938 aus den Grenzgebieten vertriebenen Tschechen meistens in Vergessenheit geraten“, erklärte Jaroslav Tesinsky vom Zentrum der tschechischen Geschichte.

Stech hob in einer Rede hervor, dass „endlich an die Vertreibung der tschechischen Bevölkerung aus den Grenzgebieten nach dem Münchener Abkommen gedacht“ werde. Alle damals Vertriebenen seien zu „Flüchtlingen in eigenem Land“ geworden, so Stech.

Die Tafel wurde in der Halle des Masaryk-Bahnhofs enthüllt - jenes Bahnhofs, wohin die meisten Flüchtlinge aus den Grenzgebieten im Herbst 1938 gekommen waren.