Europas Leitbörsen schließen klar im roten Bereich

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten beendet. Getrübt wurde die...

Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen haben den Handel am Donnerstag mit deutlichen Kursverlusten beendet. Getrübt wurde die Stimmung von Aussagen des Chefs der Europäischen Zentralbank (EZB) Mario Draghi sowie von einer schwachen Wall Street. An den US-Börsen sorgten stark gesunkene Rohölpreise für Druck.

Der Euro-Stoxx-50 büßte bis Handelsschluss 1,76 Prozent auf 3.387,70 Einheiten ein. Dass Draghi erneut seine Bereitschaft bekräftigt hat, notfalls die Geldpolitik zur Ankurbelung von Konjunktur und Inflation weiter zu lockern, konnte die Anleger nicht optimistisch stimmen. Vielmehr belastete die Aussage des EZB-Chefs, dass Risiken für das Wirtschaftswachstum, vor allem seitens der Weltwirtschaft, „klar zu erkennen“ seien.

Hinzu kamen bereits am Vormittag schwache Daten zur Industrieproduktion in der Eurozone. Diese ist im September um 0,3 Prozent zum Vormonat und damit stärker gefallen als erwartet. Volkswirte hatten im Mittel ein Minus von 0,1 Prozent prognostiziert.

Auch einige Unternehmens-Quartalsberichte fielen am Donnerstag enttäuschend aus - allen voran die Zahlen von Rolls Royce. Der britische Triebwerksbauer schockte die Anleger mit einer Gewinnwarnung. Die Aktien brachen daraufhin an der Börse in London um satte 19,57 Prozent ein.

Der spanische Energiekonzern Repsol litt indessen unter dem Verfall der Rohölpreise. Händlern zufolge kamen die Zahlen für das dritte Quartal unter den Erwartungen zu liegen. Die Aktien sackten um 7,27 Prozent ab.

Auch RWE-Papiere verloren rund neuneinhalb Prozent. Der betriebliche Gewinn in den ersten neun Monaten 2015 ist um knapp neun Prozent auf 2,6 Mrd. Euro eingeknickt. Der Energiekonzern bestätigte zwar die Gesamtjahresprognose, schränkte jedoch ein, dass die Vorgabe eventuell nur knapp erreicht werde.

Auf der Gewinnerseite standen dagegen Siemens mit einem Kursplus von 1,92 Prozent. Der Elektrokonzern hat trotz hohem Auftragseingang und steigenden Umsätzen im vierten Quartal einen Gewinneinbruch verbucht. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft schrumpfte binnen Jahresfrist um ein Drittel auf eine Mrd. Euro. Mit seinen Umsätzen und Auftragseingängen konnte Siemens jedoch die Erwartungen übertreffen. Zudem kündigte das Unternehmen eine Dividendenabhebung und einen neuen Aktienrückkauf an.

Abseits der Berichtssaison blieben UniCredit im Visier der Anleger. Am gestrigen Mittwoch hatte die Bank ein massives Sparprogramm angekündigt. Bis 2018 will das Institut rund 18.200 Stellen abbauen. Die Aktien büßten 5,49 Prozent ein und sackten damit ans Ende des Euro-Stoxx-50 ab. Am Vortag schlossen die Papiere noch im Plus.

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Index Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 2.391,54 -75,12 -3,05 2.466,66 Frankfurt DAX 10.782,63 -125,24 -1,15 10.907,87 London FT-SE-100 6.178,68 -118,52 -1,88 6.297,20 Paris CAC-40 4.856,65 -95,86 -1,94 4.952,51 Zürich SPI 9.039,70 -69,00 -0,76 9.108,70 Mailand FTSEMIB 21.859,29 -525,82 -2,35 22.385,11 Madrid IBEX-35 10.144,00 -233,20 -2,25 10.377,20 Amsterdam AEX 459,85 -9,35 -1,99 469,20 Brüssel BEL-20 3.609,24 -46,45 -1,27 3.655,69 Stockholm SX Gesamt 1.488,40 -23,06 -1,53 1.511,46 Europa Euro-Stoxx-5 3.387,70 -60,72 -1,76 3.448,42

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Euro-Stoxx 352,72 -5,95 -1,66 358,67 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA550 2015-11-12/18:07