Aserbaidschans Justiz lässt Menschenrechtsaktivisten Junus frei

Baku (APA/AFP) - Ein Berufungsgericht in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku hat die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Arif Junus...

Baku (APA/AFP) - Ein Berufungsgericht in der aserbaidschanischen Hauptstadt Baku hat die Freilassung des Menschenrechtsaktivisten Arif Junus verfügt. Das Gericht begründete seine Entscheidung am Donnerstag mit der angeschlagenen Gesundheit des 60-Jährigen. Junus war im August wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden.

Er erhielt am Donnerstag die Auflage, die Stadt nicht zu verlassen. „Ich wurde wegen meiner schlechten Gesundheit entlassen, aber Leilas Gesundheitszustand ist zehn Mal schlechter“, sagte Arif Junus nach seiner Freilassung mit Blick auf seine Frau. „Selbst wenn sie jetzt sofort freigelassen und zur Behandlung nach Deutschland geschickt wird, wird ihre Genesung mindestens drei Jahre dauern.“ Leila Junus leidet unter anderem an Hepatitis und Diabetes.

Leila und Arif Junus waren im vergangenen Jahr wegen Vorwürfen der Spionage für das verfeindete Nachbarland Armenien festgenommen worden. Die Aktivistin leitet das Institut für Frieden und Demokratie, eine der wichtigsten Menschenrechtsgruppen des Landes. Sie setzt sich unter anderem für eine friedliche Lösung im Konflikt mit Armenien um die Region Berg-Karabach ein.

„Arifs Freilassung nährt Hoffnungen, dass Leila auch freikommen könnte“, sagte die Frauenrechtsaktivistin Novella Dschafaroglu. Sie äußerte die Hoffnung, die Freilassung von Arif Junus könne der erste Schritt zur Freilassung dutzender politischer Aktivisten sein. Generell geht die aserbaidschanische Staatsführung hart gegen Andersdenkende vor. Nach Einschätzung von Menschenrechtsorganisationen hat sich die Repression seit der Wiederwahl von Präsident Ilham Alijew 2013 noch verstärkt.