USA flogen in Syrien Luftangriff gegen IS-Mörder „Jihadi John“

Damaskus/Washington (APA/dpa/AFP) - Die USA haben bei einem Luftangriff in Syrien den berüchtigten Mörder aus den Enthauptungsvideos der Ter...

Damaskus/Washington (APA/dpa/AFP) - Die USA haben bei einem Luftangriff in Syrien den berüchtigten Mörder aus den Enthauptungsvideos der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) ins Visier genommen. Wie der Sprecher des US-Verteidigungsministeriums, Peter Cook, in der Nacht auf Freitag mitteilte, erfolgte der Angriff in der IS-Hochburg Rakka. Ob der Brite Mohammed Emwazi, bekannt als „Jihadi John“, dabei getötet wurde, war zunächst unklar.

„Wir prüfen die Ergebnisse des nächtlichen Einsatzes“, teilte Cook weiter mit. „Jihadi John“ ist eine der bekanntesten Figuren der sunnitischen Extremistengruppe. Er war erstmals im Enthauptungsvideo des US-Journalisten James Foley im August 2014 aufgetaucht. Er war an mehreren weiteren Enthauptungen beteiligt. Der Mann trat in den IS-Videos stets vermummt auf und sprach Englisch mit Londoner Akzent.

Emwazi, ein in Kuwait geborener britischer Staatsbürger mit irakischen Wurzeln, war in mehreren Internetvideos der IS dabei zu sehen, wie er schwarz vermummt mehrere westliche Journalisten und Entwicklungshelfer enthauptet, darunter die US-Journalisten Steven Sotloff und Foley sowie der japanische Kriegsreporter Kenji Goto. Wegen seines britischen Akzents wurde er „Jihadi John“ genannt. Die Enthauptungsvideos sind im Westen zum Symbol der Grausamkeit der IS-Jihadisten im Irak und in Syrien geworden.

Die britische BBC hatte im Februar berichtet, Emwazi stamme aus Kuwait und sei jahrelang auf dem Radar des britischen Geheimdienstes gewesen. Dennoch gelang ihm die Ausreise nach Syrien und er konnte zu den Terroristen stoßen.

Die US-Zeitung „Washington Post“ berichtete damals unter Berufung auf Emwazis früheres Umfeld, er sei in einer bürgerlichen Gegend in London aufgewachsen. Nach einem geplanten Safari-Trip nach Tansania im Mai 2009 habe er sich radikalisiert. Die Reise, die er demnach mit einem deutschen Konvertiten namens Omar und einem weiteren Mann namens Abu Talib unternehmen wollte, sei nie zustande gekommen. Das Trio sei am Flughafen von Daressalam von der Polizei eine Nacht festgehalten und anschließend abgeschoben worden. Die Gründe seien unklar.