Streik an der Scala macht Pereira zu schaffen

Mailand (APA) - Ein Streik des Personals der Mailänder Scala macht Intendant Alexander Pereira zu schaffen. Weil die Techniker des Mailänder...

Mailand (APA) - Ein Streik des Personals der Mailänder Scala macht Intendant Alexander Pereira zu schaffen. Weil die Techniker des Mailänder Opernhauses die Arbeit niederlegten, musste eine am Donnerstagabend geplante Aufführung von „L ?histoire de Manon“ mit dem italienischen Startänzer Roberto Bolle in der Hauptrolle abgesagt werden.

Der Protest richtet sich gegen den Personalmangel an der Scala. Der Druck auf die Mitarbeiter werde bei gleichen Gehältern immer höher, klagte der Gewerkschaftsverband CGIL. Die Belegschaft habe einen hohen Preis für die strenge Sparpolitik bezahlt, dank der die Scala-Bilanz seit fünf Jahren ausgeglichen sei. Die Scala erklärte in einer Presseaussendung ihr tiefes Bedauern für die Streichung der Aufführung.

Streiks im Kulturbereich sind dem italienischen Premier Matteo Renzi ein Dorn im Auge. Im September hatte er ein Dekret erlassen, das Museen und Ausgrabungsstätten im Streikrecht den „essenziellen“ Einrichtungen Italiens gleichstellt. Die Gewerkschaften können ihre Versammlungen abhalten, müssen dabei aber den Basisbetrieb garantieren, genauso wie in Krankenhäusern, Schulen, bei der Polizei oder beim staatlichen Fernsehen. Außerdem müssen Streiks zwei Wochen im Voraus angemeldet und von der Regulierungsbehörde genehmigt werden.

Renzi will damit Vorfälle wie jenen verhindern, der sich im September abgespielt hatte: Drei Stunden lang blieb das Kolosseum in Rom wegen einer Versammlung des Personals geschlossen. Tausende Touristen standen vor verschlossenen Gittern. Renzi reagierte verärgert und erließ das Dekret, mit dem die Streikmöglichkeiten eingeschränkt wurden.