Tischtennis

Gardos auf der Jagd nach Gold und Dinosaurier-Knochen

Wie in alten Zeiten: Robert Gardos trainierte gestern mit Papa Peter in der Innsbrucker Wörndleschule.
© Kiechl

Weltenbummler Robert Gardos ist ruhiger geworden. Mit seiner Familie genießt der Tischtennis-Team-Europameister den Heimaturlaub in Zirl.

Von Benjamin Kiechl

Innsbruck – Wenn Robert Gardos über seine Sportlerkarriere zu erzählen beginnt, klingt das wie ein Auszug aus dem Baedeker-Reiseführer. Russland: „Da kaufen sie dich für viel Geld. Der Druck ist sehr groß und auf lange Sicht klappt das nicht.“ Deutschland: „Dort wollen sie dich immer nur gewinnen sehen. Wenn du verlierst, bist du schnell zu teuer.“ Spanien: „Ich hatte eine super Zeit in Granada, dort habe ich immer noch ein Haus.“ Frankreich: „Wenn du alles gibst, sind die Leute sehr nett, ab und zu darfst du verlieren. Für mich die beste Liga der Welt.“

Der 37-Jährige blickt auf viele Stationen seiner Karriere zurück. Beim französischen Top-Klub Chartres (Stadt nahe Paris) gefällt es ihm augenblicklich sehr gut. „Wir sind Gruppen-Erster in der Champions League. In der Liga haben wir erst einmal verloren.“ Die aktuelle Nummer 16 der Welt will hoch hinaus.

Wenn es um Reiseziele geht, verschlägt es den in Schwechat (NÖ) wohnhaften Gardos aber nicht mehr in die Ferne. Der Weltenbummler besucht mit seiner Familie am liebsten die Eltern in Zirl. „Ich versuche, so oft wie möglich in Tirol zu sein.“ Hier fühlt sich der gebürtige Ungar zuhause. Den Tischtennis-Schläger lässt er aber nicht länger als drei Tage ruhen. Gestern trainierte Gardos, der in China ein Star ist, inkognito im Keller der Wörndleschule in Innsbruck. Unaufhörlich knallte er seinem Vater Peter, selbst ein Tischtennis-Urgestein und Trainer bei TI, die Bälle retour. Pausenlos. Eine Stunde lang. Die Kommandos erfolgten auf Ungarisch, Gardos’ Muttersprache. „Igen“ (Ja), tönte es immer wieder durch den Turnsaal.

Robert Gardos mit Sohn Alejandro (5) und Hündin Mia in Seefeld.
© Facebook/Gardos

Am Nachmittag ging es zur Belohnung in die Natur. Am liebsten spaziert Gardos mit Sohn Alejandro (5) und Golden Retriever „Mia“ in Seefeld. „Alejandro interessiert sich für Dinosaurier und Knochen, er sucht gerne im Wald“, erzählt Gardos mit einem Lächeln. Seit 23. August ist das Familienglück um eine Facette reicher: Ehefrau Pamela brachte Tochter Alicia zur Welt.

Peter Gardos blickt als stolzer Opa auf die Erfolge seines Sohnes: „Er macht alles für den Erfolg und trainiert sehr hart.“ Nach EM-Gold 2012 (Doppel) und 2015 (Team) hat sich Robert Gardos eine Olympia-Medaille in Rio vorgenommen – Brasilien soll ein goldenes Kapitel in Gardos’ Reiseführer werden.

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